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Weltnachrichten

Waffenruhe in Libyen vereinbart - Erdogan zweifelt an Erfolg

FILE PHOTO: A general view of the talks between the rival factions in the Libya conflict at the United Nations offices in Geneva, Switzerland October 20, 2020 . Fabrice Coffrini/Pool via REUTERS

Genf/Istanbul (Reuters) - In Libyen haben sich die großen Bürgerkriegsparteien auf eine dauerhafte Waffenruhe im gesamten Land verständigt.

Eine Übereinkunft wurde am Freitag nach Verhandlungen zwischen Vertretern der international anerkannten Regierung und des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar in Genf unterzeichnet. Die Fronten in dem an Öl- und Gasvorkommen reichen Land sind seit längerem erstarrt, da ein Vorstoß der von Russland und Ägypten unterstützten Truppen Haftars auf die Hauptstadt Tripolis gescheitert war.

Der Waffenruhe sollen kommenden Monat politische Gespräche in Tunesien folgen. Wie die amtierende Libyen-Beauftragte der UN, Stephanie Williams, weiter ausführte, gibt es gute Aussichten, dass die Anlagen von Ras Lanuf und Es Sider - bedeutende Öl-Verladeterminals am Mittelmeer - “in sehr kurzer Zeit” betriebsbereit sein könnten.

Gemäß der Waffenruhe-Vereinbarung sollen Söldner und ausländische Kämpfer binnen drei Monaten das Land verlassen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der in dem Konflikt die Regierung in Tripolis militärisch unterstützt, meldete umgehend Zweifel am Bestand der Waffenruhe an. Er hoffe zwar, dass die Waffen dauerhaft schwiegen, ob dies so sei, sei aber fraglich. Die Zeit werde es weisen. In der Vergangenheit liefen viele diplomatische Bemühungen zur Lösung des unübersichtlichen Konflikts ins Leere - auch wegen der Zersplitterung des Spektrums der vielen Bürgerkriegsparteien.

Auf einer Libyen-Konferenz in Berlin zu Jahresbeginn war vereinbart worden, dass keine Konfliktpartei mehr mit Kämpfern oder Waffen versorgt werden sollte. Neben Gastgeber Deutschland hatten unter anderen Russland, die Türkei und Ägypten an der Konferenz teilgenommen. Bundesaußenminister Heiko Maas beklagte jedoch noch Anfang dieses Monats, dass die Waffenlieferungen für die Bürgerkriegsparteien anhielten. Die libysche Einheitsregierung war 2015 nach Vermittlung der Vereinten Nationen gebildet worden. Sie diente dem Ziel, das nordafrikanische Land zu stabilisieren. Libyen war nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi 2011 ins Chaos gestürzt und ist bis heute nicht zur Ruhe gekommen.

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