April 12, 2018 / 10:18 AM / 3 months ago

Anleger hoffen auf Entspannung in Syrien-Krise

Frankfurt (Reuters) - Aufkeimende Hoffnung auf eine leichte Entspannung im Syrien-Konflikt und Übernahmespekulationen haben den Börsen am Donnerstag Auftrieb gegeben.

U.S. President Donald Trump welcomes the Emir of Qatar Sheikh Hamad bin Khalifa Al-Thani (not pictured) at the White House in Washington D.C., U.S. April 10, 2018. REUTERS/Carlos Barria TPX IMAGES OF THE DAY

“Nichtsdestotrotz birgt das Szenario einer direkten Konfrontation zwischen den USA und Russland im Nahen Osten erhebliches Belastungspotential”, betonte Analyst Gregor Kuhn von der Bernstein Bank. Dax und EuroStoxx50 notierten jeweils etwa 0,4 Prozent im Plus bei 12.352 und 3430 Punkten. Die Terminkontrakte auf die US-Indizes deuteten auf eine freundliche Eröffnung der Wall Street hin.

US-Präsident Donald Trump hielt sich in einer Nachricht über den Kurznachrichtendienst Twitter zum Zeitpunkt eines möglichen Angriffs auf Syrien bedeckt. “Es kann sehr bald oder überhaupt noch nicht so bald sein.” Seine Sprecherin sagte, es gebe noch keinen Zeitplan für eine Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgas-Angriff in Syrien. Trump habe eine Reihe von Optionen und diese seien nicht nur militärischer Art. Das russische Präsidialamt betonte, die Regierungen in Moskau und Washington stünden in Kontakt.

Vor diesem Hintergrund stieg der russische Leitindex RTS um bis zu 4,8 Prozent und steuerte auf den größten Tagesgewinn seit mehr als zwei Jahren zu. In den vergangenen Tagen war er wegen der Syrien-Krise und verschärfter US-Sanktionen um gut zwölf Prozent eingebrochen.

Bei der “Antikrisen-Währung” Gold machten Anleger dagegen Kasse. Das Edelmetall verbilligte sich auf 1346,48 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) und lag damit rund 20 Dollar unter dem Zweieinhalb-Monats-Hoch vom Mittwoch.

PERSONALKARUSSELL BEI VOLKSWAGEN DREHT SICH

Bei den Unternehmen stand wieder Volkswagen im Rampenlicht. Insidern zufolge soll der designierte Konzernchef Herbert Diess auch Chef aller Volumenmarken werden. Außerdem stehe der langjährige Einkaufschef Francisco Javier Garcia Sanz vor der Ablösung. Am Nachmittag sollten demnach die Aufsichtsräte des Wolfsburger Autobauers über die Personalien und den geplanten Konzernumbau beraten. VW-Titel stiegen um zwei Prozent.

Dank Fusionsfantasien in der Luftfahrtbranche legten die Papiere der Lufthansa sogar 2,7 Prozent zu. Air France-KLM notierten nach anfänglichen Verlusten 0,8 Prozent im Plus. Genährt wurden diese Spekulationen von den Überlegungen von IAG, Norwegian Air zu übernehmen. Dazu habe die British Airways-Mutter knapp fünf Prozent an dem Billig-Flieger übernommen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Norwegian-Aktien stiegen dennoch zeitweise um mehr als 47 Prozent - so stark wie noch nie. IAG-Papiere gaben dagegen 0,6 Prozent nach.

Auch in der Pharmabranche setzten Anleger auf Zusammenschlüsse. “Der Gesundheitssektor geht durch eine Phase der Konsolidierung”, sagte Jasper Lawler, Chef-Analyst des Brokerhauses London Capital. “Britische Firmen gehören zu den größten der Branche, daher werden sie natürlich Teil dieser Entwicklung sein.” Insidern zufolge hat der japanische Arzneimittel-Hersteller Takeda bei Banken wegen Krediten vorgefühlt und kommt damit einem Kauf des britischen Rivalen Shire näher, der mehr als 40 Milliarden Dollar kosten könnte. Shire-Titel gewannen in London 2,1 Prozent.

Die Papiere von FirstGroup steuerten mit einem Plus von bis zu elf Prozent auf den größten Tagesgewinn seit neun Jahren zu. Der US-Finanzinvestor Apollo will den britischen Bus- und Bahn-Betreiber übernehmen. FirstGroup wies die Offerte allerdings als zu gering zurück, ohne die Höhe des Gebots zu nennen.

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