December 19, 2018 / 8:10 AM / 6 months ago

Italiens Einigung mit EU im Haushaltsstreit hilft Börsen

Frankfurt (Reuters) - Europas Anleger haben am Mittwoch erleichtert auf die Einigung im Haushaltsstreit Italiens mit der EU-Kommission reagiert.

A DAX logo is pictured at the trading floor of the stock exchange in Frankfurt, Germany December 29, 2017. REUTERS/Ralph Orlowski

Im Vorfeld der US-Zinsentscheidung am Abend (MEZ) lehnten sie sich aber nicht allzu weit aus dem Fenster. Der Dax ging 0,2 Prozent höher bei 10.766 Punkten aus dem Handel, der EuroStoxx50 legte 0,5 Prozent auf 3056 Zähler zu.

Italien senkte sein Defizitziel für kommendes Jahr auf 2,04 von bislang 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung. Nach wochenlangem Streit verzichtet die Brüsseler Behörde daraufhin auf disziplinarische Schritte. “Mit einer Einigung hatten alle gerechnet”, sagte Commerzbank-Anlagestratege Michael Leister. “Allerdings erst im ersten oder zweiten Quartal nächsten Jahres.” Anleger deckten sich mit italienischen Aktien ein. Der Mailänder Index kletterte um 1,6 Prozent. Der Bankenindex zog um mehr als zwei Prozent an. Auch bei italienischen Anleihen griffen Investoren zu. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel bis auf ein Drei-Monats-Tief von 2,770 Prozent.

FED-ZINSERHÖHUNG ERWARTET - AUSBLICK FÜR 2019 ENTSCHEIDEND

Im Vorfeld der Fed-Zinsentscheidung lagen die US-Märkte bis zu 0,7 Prozent im Plus. Ungeachtet der erneuten Kritik von US-Präsident Donald Trump werde die Notenbank den Leitzins voraussichtlich um einen Viertel Prozentpunkt auf 2,25 bis 2,5 Prozent anheben, sagte Anlagestratege Kit Juckes von der Bank Societe Generale. Für 2019 werde die Fed wohl nur noch zwei statt drei weitere Anhebungen signalisieren. An den Finanzmärkten dürfte das gut ankommen. Analyst Craig Erlam vom Handelshaus Oanda sagte: “Mit einer Weltwirtschaft, die 2019 weniger stark wachsen wird, und angeschlagenen US-Börsen wäre das nicht die beste Zeit für Zinserhöhungen.”

Der Dollar gab kurz vor Bekanntgabe des Fed-Entscheids nach. Im Gegenzug verteuerte sich der Euro auf 1,1422 Dollar. Auch zum britischen Pfund legte die Gemeinschaftswährung so stark zu wie seit mehr als einer Woche nicht mehr. Die weiterhin unklaren Modalitäten über den EU-Austritt Großbritanniens lasten auf der Landeswährung.

MEDIAMARKT/SATURN-MUTTER CECONOMY UNTER DRUCK

Am deutschen Aktienmarkt rückte Ceconomy ins Rampenlicht. Die Titel der MediaMarkt/Saturn-Mutter fielen zeitweise auf Rekordtief von 2,93 Euro, nachdem das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2018/2019 einen Rückgang des operativen Gewinns angekündigt hatte. Börsianer hätten mit einem Plus von etwa zehn Prozent gerechnet, sagte ein Marktbeobachter. Die Aktien schlossen 17,5 Prozent im Minus.

Die gekappte Prognose des US-Konkurrenten FedEx machte der Deutschen Post zu schaffen. Die Aktien fielen um 4,2 Prozent. In New York lagen FedEx knapp zehn Prozent im Minus.

Das Biotechunternehmen Evotec erfreute hingegen seine Anleger kurz vor den Weihnachtsfeiertagen mit einer höheren Ergebnisprognose. Die Papiere stiegen um 3,9 auf 17,97 Euro.

Positiv reagierten Anleger auch auf die geplante Aufspaltung von GlaxoSmithKline. Der britische Pharmakonzern legt sein Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten mit der entsprechenden Sparte des US-Rivalen Pfizer zusammen. Der Anbieter von “Sensodyne”-Zahnpasta und “Voltaren”-Schmerzgel soll mittelfristig an die Börse gebracht werden. Glaxo-Aktien stiegen um 4,4 Prozent.

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