September 20, 2019 / 7:21 AM / 2 months ago

Zinssenkungen stützen Börsen - "Klima"-Aktien gefragt

Frankfurt (Reuters) - Die Geldspritzen der großen Notenbanken weltweit haben die Konjunktursorgen an den Börsen zum Wochenschluss gelindert.

A bull figure made of 210,000 pieces of LEGO bricks stands on the trading floor of German stock exchange in Frankfurt January 15, 2014. REUTERS/Ralph Orlowski (GERMANY - Tags: BUSINESS)

Das von der Bundesregierung geschnürte Paket zum Klimaschutz machte die Aktien von Windkraft- und Solarunternehmen begehrt. Insgesamt blieben die am großen Verfallstag an den Terminmärkten aber zaghaft. Der Dax legte am Freitag 0,1 Prozent zu auf 12.468 Punkte, der EuroStoxx50 gewann 0,5 Prozent auf 3571 Zähler. An der Wall Street trieb die Hoffnung auf eine Lösung im Handelsstreit mit China die Kurse an.

“Rückendeckung liefert weiterhin die Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks”, fasste Helaba-Stratege Markus Reinwand zusammen. Nach der EZB und der Fed setzte auch die chinesischen Notenbank am Freitag ihre geldpolitische Lockerung fort. Aus Anlegersicht ist das aber ein zweischneidiges Schwert. Denn dies passiere in der Regel eben nur, wenn Gefahren für das Wirtschaftswachstum bestünden, sagte Reinwand. Dann würden aber auch die Unternehmensgewinne unter Druck geraten.

ERNEUERBARE ENERGIEN IM AUFWIND - NEUE STRATEGIE VON COBA

Am weltweiten Klima-Aktionstag waren die Aktien von Windkraft- und Solarenergieunternehmen gefragt. Die Papiere von SMA Solar und Nordex schnellten bis zu sieben Prozent nach oben. RWE legten 2,9 Prozent zu. Das Klimapaket soll ohne Neuverschuldung umgesetzt werden. Unter anderem werden Stromverbraucher durch eine geringere Umlage für die Erneuerbaren Energien (EEG) entlastet. CO2 soll erstmals bepreist, der Austausch von Ölheizungen gefördert werden. Anleger legen sich auch deutsche Staatsanleihen ins Depot. Im Gegenzug fiel die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf ein Wochentief von minus 0,526 Prozent von zuvor minus 0,505 Prozent.

Verhalten reagierten Anleger auf eine umfassende Restrukturierung der Commerzbank mit einem geplanten Abbau von 4300 Stellen. Die Aktien gaben einen Teil ihrer Kursgewinne ab und lagen noch 0,4 Prozent im Plus. Börsianer bemängelten die mittelfristigen Renditeziele des Geldhauses als zu niedrig. Die angepeilte komplette Übernahme der Comdirect katapultierte hingegen die Aktien der Online-Tochter zeitweise um mehr als 25 Prozent nach oben. Mit bis zu 11,48 Euro waren die Papiere so teuer wie seit zwölf Monaten nicht mehr. Europaweit griffen Anleger zudem bei defensiveren Titeln aus den Sektoren Telekommunikation und Gesundheit zu.

PFUND AUF ACHTERBAHNFAHRT - ÖL TEURER

Das Brexit-Hick-Hack schickte das britische Pfund erneut auf Berg- und Talfahrt. Die Währung legte in der Spitze 0,5 Prozent auf 1,2581 Dollar zu, bröckelte aber anschließend auf 1,2463 Dollar ab. Während Brexit-Staatssekretär Kwasi Kwarteng die Hoffnung auf einen geregelten EU-Ausstieg nährte, sieht Irland noch keinen Durchbruch.

Am Rohölmarkt verteuerte sich die Sorte Brent aus der Nordsee um 0,5 Prozent auf 64,75 Dollar je Barrel (159 Liter). Seit den Angriffen auf saudiarabische Ölförder-Anlagen vom Wochenende ist der Preis um mehr als sieben Prozent gestiegen, da Anleger Versorgungsengpässe fürchten. Die Spannungen in der Golf-Region nehmen zu, da Saudi-Arabien und die USA den Iran für die Attacken verantwortlich machen, der Iran dies aber zurückweist.

Für rege Handelsumsätze am Aktienmarkt sorgte der sogenannte Hexensabbat, an dem Futures und Optionen auf Indizes sowie Optionen auf einzelne Aktien verfallen. Zu diesem Termin schwanken die Aktienkurse üblicherweise stark, weil Investoren die Preise jener Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung bewegen wollen.

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