May 8, 2020 / 7:15 AM / 17 days ago

Anleger stecken US-Jobverlust weg - Hoffnung im Zollstreit

Frankfurt (Reuters) - Europas Anleger haben sich zum Wochenschluss hoffnungsvoll gezeigt und auf eine Entspannung im Zollstreit USA/China spekuliert.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, May 8, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Ein Rekord-Stellenabbau in den USA im April im Zuge der Corona-Krise kam für viele nicht überraschend und trübte die Stimmung nicht. Nach den Daten legten Dax und EuroStoxx50 am Freitag sogar noch eine Schippe drauf. Der deutsche Leitindex ging 1,4 Prozent höher bei 10.904 Punkten aus dem Handel, sein europäisches Pendant gewann rund ein Prozent. Auch an den US-Börsen waren die Anleger in Kauflaune.

Dabei wurden im April in den Vereinigten Staaten 20,5 Millionen Stellen außerhalb der Landwirtschaft abgebaut. “Ein wahrer Kollaps! Angesichts der Semi-Schließung der Volkswirtschaft war mit dieser Entwicklung aber zu rechnen”, fasste NordLB-Analyst Bernd Krampen zusammen. Ökonomen hatten im Schnitt sogar mit rund 22 Millionen gerechnet. Die in einer getrennten Umfrage ermittelte Arbeitslosenquote schnellte im April von 4,4 auf 14,7 Prozent und damit auf den höchsten Stand der Nachkriegszeit. Hier war mit 16 Prozent ebenfalls Schlimmeres befürchtet worden.

ANLEGER HOFFEN AUF LÖSUNGEN IM ZOLLSTREIT

Für Optimismus sorgten vor allem positive Töne in dem wegen der Corona-Pandemie zuletzt in den Hintergrund geratenen Handelskonflikt. “Die Anleger reagieren positiv auf die Nachricht, dass Verhandlungsführer aus China und den USA die Umsetzung des Handelsabkommens besprachen und auch zur Bewältigung der Gesundheitskrise enger zusammenarbeiten wollen”, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.

Anlagestratege Jan von Gerich von der Nordea Bank bezeichnete die Hoffnungen der Investoren als überzogen. Schließlich bleibe US-Präsident Donald Trump unberechenbar. Außerdem sei es in der aktuellen Coronavirus-Krise für China schwierig, die Vereinbarungen aus dem Handelsabkommen einzuhalten. Trump hatte China im Streit über dessen Rolle beim Ausbruch der Pandemie mit neuen Strafzöllen gedroht.

GEWINNRÜCKGÄNGE LASSEN ANLEGER KALT

Bei den Firmenbilanzen konzentrierten sich Investoren auf die positiven Aspekte. Hauptsache es komme nicht schlimmer als ohnehin schon erwartet, sagte Thomas Metzger, Chef der Vermögensverwaltung beim Bankhaus Bauer. So stiegen die Aktien von Siemens um 4,8 Prozent, obwohl Umsatz, Gewinn und Auftragseingang des Industriekonzerns zurückgingen. Die Quartalszahlen seien aber durch die Bank besser ausgefallen als gedacht, lobte Analyst Simon Toenessen von der Investmentbank Jefferies. Außerdem verschärft Firmenchef Joe Kaeser den Sparkurs.

Auch bei der ING Bank verschreckte ein Gewinneinbruch die Investoren nicht. Die Papiere des Geldhauses legten in Amsterdam 3,5 Prozent zu. Positiv sei die strenge Kostenkontrolle, sagten Börsianer.

Titel von Bechtle stiegen um 4,2 Prozent. Die Nachfrage nach Homeoffice-Ausrüstung bescherte dem IT-Dienstleister ein Umsatz- und Gewinnplus. Auf Basis dieser Zahlen erscheine die Kürzung seiner Gesamtjahresprognosen vom März als zu harsch, sagte Analyst Wolfgang Specht vom Bankhaus Lampe.

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