May 22, 2018 / 8:44 AM / a month ago

"Waffenstillstand" im Handelsstreit gibt Börsen Auftrieb

Frankfurt (Reuters) - Die vorläufige Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China hat am Dienstag den Anlegern an den europäischen Börsen Mut gemacht.

The German share price index DAX board is reflected in a glass at the stock exchange in Frankfurt, Germany December 29, 2017. REUTERS/Ralph Orlowski

Dem Dax verhalf zudem ein Kurssprung von Thyssenkrupp zu Gewinnen. Der deutsche Leitindex stieg bis zum Nachmittag um 0,7 Prozent auf ein Vier-Monats-Hoch von 13.168 Punkten. Allerdings waren die Handelsumsätze nach dem langen Pfingstwochenende laut Händlern eher mau. Der EuroStoxx50 legte 0,5 Prozent auf 3588 Zähler zu. Für die Wall Street signalisierten die US-Futures Kurszuwächse von etwa 0,2 Prozent.

Bereits am Pfingstmontag hatte die amerikanisch-chinesische Grundsatzvereinbarung den Dow Jones erstmals seit Mitte März wieder über die 25.000-Punkte-Marke gehievt. Regierungsvertreter beider Seiten einigten sich nach monatelangen gegenseitigen Zolldrohungen auf Maßnahmen, um den hohen Exportüberschuss Chinas gegenüber den Vereinigten Staaten abzubauen. Einzelheiten und ein verbindlichen Abkommen müssen noch ausgehandelt werden. Zwar seien die Ergebnisse noch nicht der ganz große Durchbruch, da wenig Konkretes vereinbart wurde, sagte Thomas Metzger, Vermögensverwalter bei der Privatbank Bauer in Stuttgart. “Jedoch ist man unter anderem bereit, im Rahmen eines ‘Waffenstillstands’ vorerst auf gegenseitige Strafzölle zu verzichten, was für ein deutliches Aufatmen unter den Marktteilnehmern gesorgt hat.” 

Gebremst wurde die Kauflaune von der innenpolitischen Entwicklung in Italien. Die beiden potenziellen Koalitionspartner 5 Sterne und Lega wollen ihre neue Regierung von dem politisch unerfahrenen Juraprofessor Giuseppe Conte leiten lassen. Die Parteien planen höhere Ausgaben für Soziales, Steuersenkungen und eine Rücknahme der Rentenreform. Das würde das ohnehin hoch verschuldete Land viele Milliarden Euro kosten. Zudem sind die Populisten auf Konfrontationskurs zur EU, weshalb Analysten vor dem Kauf italienischer Staatsanleihen warnten. Die Börse in Mailand tendierte kaum verändert.

THYSSENKRUPP STEIGEN AN DAX-SPITZE

Für Furore sorgte am Nachmittag die Aussicht auf einen Einstieg des aktivistischen Finanzinvestors Elliott bei Thyssenkrupp. “Das war ein echter Weckruf”, sagte ein Händler. Die Aktien schossen um 8,5 Prozent in die Höhe auf 23,40 Euro und damit an die Dax-Spitze. Elliott wolle ein Aktienpaket erwerben, sagte ein Insider.

Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten zudem die Autowerte. Das chinesische Finanzministerium teilte mit, die Abgaben auf Importe würden für die meisten Pkw-Modelle auf 15 Prozent von 25 Prozent herabgesetzt. BMW legten 2,8 Prozent, Volkswagen und Daimler je eineinhalb Prozent zu.

Im TecDax schossen die Titel von Evotec um über elf Prozent in die Höhe. Der Biotechkonzern schloss mit dem US-Unternehmen Celgene eine Kooperation in der Krebsforschung. Er erhält demnach eine Vorabzahlung von 65 Millionen Dollar. Zudem winken ihm signifikante Meilensteinzahlungen.

Anleger in Paris stürzten sich auf Aktien von Mobilfunkanbietern, nachdem der Chef der französischen Regulierungsbehörde Arcep, Sebastien Soriano, eine Konsolidierung in dem Sektor begrüßt hatte. Die Titel von Orange, Bouygues und Iliad zogen um vier bis sieben Prozent an.

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