December 20, 2018 / 6:41 AM / 6 months ago

US-Zinsausblick sorgt für frostige Stimmung an den Börsen

Frankfurt (Reuters) - Die US-Notenbank (Fed) hat Börsianer mit ihrem Zinsausblick herb enttäuscht.

The skyline with its financial district is photographed in the early evening in Frankfurt, Germany, December 4, 2018. REUTERS/Kai Pfaffenbach

“Anleger hätten sich eine größere Zurückhaltung der Fed bei den Zinserhöhungsplänen für 2019 gewünscht, weil die Weltwirtschaft immer mehr schwächelt”, sagte Salman Ahmed, Anlagestratege beim Vermögensverwalter Lombard Odier. So hätten einige darauf spekuliert, dass die Fed nur eine statt zwei weitere Zinsanhebungen in Aussicht stellen würde. Der Dax schloss 1,4 Prozent schwächer bei 10.611 Punkten. Der EuroStoxx50 gab 1,7 Prozent auf 3000 Zähler nach. Auch an der Wall Street standen die Börsenampeln auf Rot. Der Dow-Jones-Index notierte zu Handelsschluss in Europa rund ein Prozent tiefer.

Die US-Währungshüter schraubten den Leitzins am Mittwoch wie erwartet zum vierten Mal in diesem Jahr in die Höhe - und zwar um einen Viertelpunkt auf die neue Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent.. Notenbank-Chef Jerome Powell habe jedoch den Eindruck erweckt, dass die Fed die Konjunkturaussichten nicht mehr ganz so gut einschätze wie bisher, sagte Volkswirt Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe. Dies schüre die generelle Furcht der Anleger vor einer weltweiten Wirtschaftsabschwächung.

Diese Sorge dominierte auch am Ölmarkt. Spekulationen auf eine geringere Nachfrage nach Rohöl drückten den Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent um 4,5 Prozent auf ein 15-Monats-Tief von 54,64 Dollar. “Anleger glauben nicht daran, dass die geplanten Förderkürzungen der Opec und Russlands zu der gewünschten Angebotsverknappung und damit zu steigenden Preisen führen”, sagte Chefanalyst John Kilduff vom Brokerhaus Again Capital Management in New York.

Gefragt war dagegen der Euro. Er verteuerte sich wegen einer schwächelnden US-Währung auf knapp über 1,14 Dollar. Auch die “Antikrisen-Währung” Gold machte Boden gut, eine Feinunze des Edelmetalls (31,1 Gramm) kostete mit 1256 Dollar gut ein Prozent mehr. Zudem deckten sich Anleger mit den als besonders sicher geltenden Bundesanleihen ein. Die Rendite der zehnjährigen Titel fiel zeitweise auf ein Sieben-Monats-Tief von 0,203 Prozent.

HIFI-KONZERN BANG & OLUFSEN ERWARTET WENIGER UMSATZ

Unter den Einzelwerten hatte die Deutsche Bank das Nachsehen. Ihre Aktien rauschten zeitweise auf ein Rekordtief von 6,99 Euro in die Tiefe. Die Bank steht im Visier der EU, weil sie und drei andere Banken beim Handel mit Dollar-Anleihen Absprachen getroffen haben sollen. Das Frankfurter Geldhaus ist eines der größten Anleihe-Handelshäuser der Welt.

Im Nebenwerteindex MDax verloren die Aktien von Airbus nach einem Medienbericht über drohende Ermittlungen der US-Justiz 4,2 Prozent. Der Zeitung “Le Monde” zufolge droht dem Flugzeugbauer eine Milliardenstrafe. Airbus wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

An der Börse in Kopenhagen verprellte Bang & Olufsen seine Anleger mit einer geringeren Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr 2018/19. Die Aktien des Herstellers von Premium-Lautsprechern brachen um 34 Prozent ein.

An der Wall Street flohen Investoren in Scharen von Bord des weltgrößten Kreuzfahrt-Anbieters Carnival, die Aktien verloren 7,5 Prozent. Der Konzern rechnet unter anderem wegen höherer Treibstoffkosten mit einem geringeren Ergebnis als von Analysten erwartet.

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