May 29, 2019 / 7:46 AM / 3 months ago

Zollstreit belastet Europas Börsen - ProSieben im Aufwind

People with umbrellas pass by bull and bear outside Frankfurt's stock exchange during heavy rain in Frankfurt, Germany, November 20, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Konjunktursorgen haben die europäischen Börsen am Mittwoch nach unten gezogen.

Der Dax verlor am Vormittag 1,3 Prozent auf 11.867 Punkte, der EuroStoxx50 gab 1,6 Prozent auf 3295 Zähler nach.

Aktienanleger gingen angesichts der vielen politischen Störfeuer in Deckung: “Ein nach wie vor ungelöster Handelsstreit, die wieder zunehmende Gefahr eines ungeregelten Brexit und mal wieder Streit zwischen Brüssel und Rom ums liebe Geld”, fasste Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets zusammen. Die scheinbar verhärteten Fronten im Zollstreit nährten die Angst vor einem Konjunktureinbruch. Der chinesische Netzwerkausrüster Huawei will das US-Gesetz, dass das Unternehmen aus Gründen der nationalen Sicherheit von Aufträgen ausschließt, für verfassungswidrig erklären lassen. Zudem könnte China Medienberichten zufolge den Export Seltener Erden in die USA als Druckmittel in dem Konflikt begrenzen. Der Rohstoff wird für die Herstellung von Mobiltelefonen und anderen Elektronikgeräten benötigt.

Das würde die USA vor große Probleme stellen, sagte Marktexperte Thomas Altmann von Vermögensverwalter QC Partners. “Der Handelskonflikt bleibt eine der größten Gefahren für die Weltwirtschaft und damit auch für die Börsen.”

Die Konjunkturabkühlung schlug sich im Mai auch auf dem deutschen Jobmarkt nieder. Die Zahl der Arbeitslosen stieg allerdings auch wegen eines Sondereffekts zum Vormonat überraschend um 7000 auf 2,236 Millionen. “Die fetten Jahre liegen hinter uns”, sagte Volkswirt Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe. “Jetzt kommen wir allmählich zu einem Punkt, wo es keine deutliche Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt mehr gibt.” Am Devisenmarkt verlor der Euro 0,1 Prozent auf 1,1149 Dollar.

STAHLWERTE IM ABSEITS - PROSIEBEN IM HÖHENFLUG

Auch die Stahlindustrie befindet sich weltweit derzeit in schwierigerem Fahrwasser. Angesichts der schwachen Nachfrage will der Stahlkonzern ArcelorMittal seine Produktion in Europa weiter zurückfahren. Die Aktien fielen um sechs Prozent auf den niedrigsten Stand seit Juli 2016. Auch andere europäische Stahlwerte gerieten ins Straucheln: ThyssenKrupp und Salzgitter gaben jeweils 2,4 Prozent ab, Klöckner & Co fielen um mehr als drei Prozent.

Der Einstieg des italienischen Medienkonzerns Mediaset trieb hingegen die Aktien von ProSiebenSat.1 in der Spitze um 8,8 Prozent nach oben. Mit 15,24 Euro waren sie so teuer wie seit knapp drei Monaten nicht mehr. Mediaset hat eine Beteiligung von 9,6 Prozent an der Fernsehsender-Gruppe gekauft. Zwar vergrößere das theoretisch die Chancen auf eine Komplettübernahme, sagten die Analysten der Credit Suisse. Das sei aber nach wie vor eher unwahrscheinlich.

Im Finanzsektor stachen Wirecard mit einem Minus von bis zu sechs Prozent auf 151,20 Euro heraus. Nach einem Kurszuwachs von rund 20 Prozent im vergangenen Monat machten einige Anleger Kasse, sagte ein Börsianer.

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