June 12, 2018 / 5:29 AM / in 3 months

Anleger haken Trump/Kim-Gipfel ab - Fed jetzt im Blick

Frankfurt (Reuters) - Nach anfänglicher Erleichterung über den Gipfel von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un gehen Anleger rasch zur Tagesordnung über.

The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, November 20, 2017. Picture taken with a fish-eye lens. REUTERS/Kai Pfaffenbach TPX IMAGES OF THE DAY

“Jede Deeskalation ist gut”, sagte Fondsmanager Ian Ormiston vom Vermögensverwalter Old Mutual. Die Lage sei deutlich besser als nach Trumps “Feuer und Zorn”-Rede im vergangenen Jahr. Besorgniserregender sei momentan der Handelsstreit. “Jede Eskalation hier könnte wirtschaftliche Einbußen für alle bedeuten.” Trump hatte zuletzt seine Unterschrift unter die Abschlusserklärung des G7-Treffens der führenden Industrienationen zurückgezogen und US-Handelspartner scharf kritisiert.

Dax und EuroStoxx50 konnten am Dienstag ihre Eröffnungsgewinne nicht halten und lagen am Abend jeweils kaum verändert bei 12.842 und 3475 Punkten. An der Wall Street kam der US-Standardwerteindex Dow Jones kaum vom Fleck. Gleiches galt für den Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt. Ein Euro kostete 1,1789 Dollar.

Gleichzeitig rückten die Beratungen der US-Notenbank Fed immer stärker in den Mittelpunkt. Eine Anhebung des Leitzinses um einen Viertelpunkt auf die dann neue Spanne von 1,75 bis zwei Prozent gilt als sicher. Dank der robusten US-Konjunktur könnte die Fed am Mittwoch für das laufende Jahr zwei weitere statt wie bislang einen zusätzlichen Schritt signalisieren, sagte Fondsmanager Herve Chatot vom Vermögensverwalter La Francaise. Sollte Fed-Chef Jerome Powell für 2019 ebenfalls raschere Zinserhöhungen andeuten, müsse mit kräftigen Kursreaktionen gerechnet werden.

Bei ihrem historischen Treffen in Singapur vereinbarten Trump und Kim den Abbau sämtlicher Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel. Im Gegenzug garantieren die USA für die Sicherheit des abgeschotteten Landes. “Das Treffen hat viel positive Symbolik produziert, aber wenig Substanz”, kritisierte Adam Cole, Chef-Anlagestratege für Devisen bei der Investmentbank RBC Capital Markets. Auch Stewart Jackson, Politikprofessor an der Universität in Sydney warnte vor überzogenen Erwartungen. “Das ist ein erster Schritt, aber es gibt noch so viele unbekannte Faktoren und wenige Details.”

HEIDELDRUCK UNTER DRUCK - DAIMLER UMGEHT ORDNUNGSSTRAFE

Am deutschen Aktienmarkt sorgte der neunprozentige Kurseinbruch von Heidelberger Druck für Aufsehen. Das ist der größte Tagesverlust für die Titel des Druckmaschinen-Bauers seit zweieinhalb Jahren. Die Firma stellte für das laufende Geschäftsjahr ein moderates Wachstum in Aussicht. Er habe wie die meisten Marktteilnehmer die Belastungen durch die Neuausrichtung des Konzerns unterschätzt und senke daher seine Prognosen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr, schrieb Analyst Peter Rothenaicher von Baader Helvea Bank in einem Kommentar. An seiner Kaufempfehlung halte er dennoch fest.

Die Papiere von Daimler gingen dagegen auf Erholungskurs und gewannen 1,4 Prozent. Zwar muss der Autobauer wegen manipulierter Abgastests europaweit mehr als 750.000 Diesel-Fahrzeuge zurückrufen. Anleger seien aber erleichtert, dass die vom Bund angedrohte milliardenschwere Ordnungsstrafe vom Tisch sei, so ein Aktienhändler.

An der Wall Street markierten die Titel von Urban Outfitters mit 48,09 Dollar ein Rekordhoch. Der Modefirma zufolge wuchsen die Umsätze im zweiten Quartal bislang um etwa 15 Prozent. Laut den Analysten der Bank JP Morgan lag das Plus über ihren Erwartungen. Sie hoben ihr Kursziel um drei auf 51 Dollar an.

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