June 20, 2018 / 5:49 AM / 3 months ago

Aktienanleger bleiben auf der Hut

Frankfurt (Reuters) - Europas Aktienanleger haben sich am Mittwoch nach den jüngsten Kursverlusten nur vereinzelt aus der Deckung gewagt.

The DAX (German stock index) logo is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, March 23, 2018. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Der Dax legte minimale 0,1 Prozent auf 12.695 Punkte zu, auch der EuroStoxx50 schloss leicht im Plus. An der Wall Street hielten sich Gewinner und Verlier im Dow Jones und S&P 500 zum Handelsschluss in Europa ebenfalls etwa die Waage. “Über allem schwebt aber weiter der drohende Handelskrieg der USA mit dem Rest der Welt”, sagte ein Händler. Der deutsche Leitindex hat seit vergangenem Donnerstag angesichts des eskalierenden globalen Zollstreits über drei Prozent oder 400 Punkte eingebüßt.

Die EU-Kommission entschied am Mittwoch, ab Freitag Vergeltungszölle auf US-Einfuhren im Wert von 2,8 Milliarden Euro zu verhängen. US-Präsident Donald Trump prüft die Verhängung von zusätzlichen Zöllen auf Autos. Eine Entscheidung darüber steht laut seinem Handelsminister Wilbur Ross aber nicht unmittelbar bevor.

China und die USA haben sich bereits gegenseitig mit Zöllen belegt, die auf Dauer die Weltwirtschaft beeinflussen dürften, fürchten Analysten. Viele hoffen, dass sich die Kontrahenten am Ende doch noch verständigen werden. “Wir bleiben bei unserer Meinung, dass ein Handelskrieg angesichts der damit verbundenen politischen Kosten unwahrscheinlich ist und sich die Parteien letztendlich mittels Verhandlungen einigen werden”, kommentierte die Credit Suisse.

FINANZWERTE SETZTEN ERHOLUNGSKURS FORT

Die deutsch-französischen Pläne zur EU-Reform machten erneut einigen Anlegern Kauflaune bei Finanzwerten. Zu den größten Gewinnern im EuroStoxx50 zählten die Aktien der spanische Santander mit einem Plus von 1,4 Prozent und der italienischen Bank Intesa SanPaolo mit einem Aufschlag von 1,9 Prozent.

Im Dax standen Volkswagen mit einem Plus von 1,4 Prozent ganz oben. Nach den Verlusten der vergangenen Tage im Sog der Verhaftung von Audi-Chef Rupert Stadler im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal stiegen einige Anleger wieder ein. Dazu trug zum einen die Absicht der Wolfsburger bei, mit Ford eine strategische Zusammenarbeit bei leichten Nutzfahrzeugen zu prüfen. Zum anderen kommen die Pläne zur Kapitalmarktfähigkeit der Lkw-Sparte voran, die künftig unter dem Namen Traton Group firmieren soll.

An der Wall Street gaben GE nach dem Rauswurf des Traditionskonzerns nach mehr als 110 Jahren aus dem Weltleitindex Dow Jones rund ein Prozent nach. Die Papiere der Drogeriekette Walgreen Boots Alliance, die GE nächste Woche ersetzen sollen, stiegen um 4,9 Prozent.

Auf Talfahrt gingen die Papiere von Oracle. Der SAP-Rivale enttäuschte die Anleger mit seinem Ausblick. Die Aktien verloren über sieben Prozent. SAP zählten dagegen mit einem Plus von einem Prozent zu den Dax-Gewinnern.

Lange Gesichter angesichts eines schwachen Wachstumsausblicks und der Schließung von Kaffeehäusern auf dem Heimatmarkt gab es auch bei Starbucks. Die Aktien stürzten um fast neun Prozent ab. Zahlreiche Analysten kassierten ihre Empfehlungen für die Kaffeehauskette.

Im Rampenlicht stand zudem Walt Disneys erhöhte Übernahmeofferte für Twenty First Century Fox. Dies hievte die Aktien von Fox um mehr als sieben Prozent in die Höhe auf ein Rekordhoch von 47,98 Dollar. Disney legten ein Prozent zu.

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