June 27, 2018 / 6:09 AM / in 3 months

Europas Börsen weiter im Bann der Handelspolitik

Frankfurt (Reuters) - Der schwelende Handelsstreit der USA mit China und anderen großen Wirtschaftsmächten hat auch zur Wochenmitte die Anleger in Atem gehalten.

The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, March 21, 2018. REUTERS/Tilman Blasshofer

Nach anfänglichen Verlusten zogen die Kurse ins Plus. Händler verwiesen darauf, dass die US-Regierung im Streit über angeblich unfaire Investmentpraktiken Chinas auf gezielte Abwehrmaßnahmen gegen die Übernahme von US-Technologie verzichten will. Der Dax stieg um 0,9 Prozent auf 12.348 Punkte und machte damit einen Teil der Verluste der vergangenen Tage wieder wett. Auch der EuroStoxx50 legte zu. An der Wall Street zogen die Kurse ebenfalls an. Zum europäischen Handelsschluss lag der Dow Jones etwa ein halbes Prozent höher.

“Ich würde der Kursentwicklung aber nicht zu viel Bedeutung beimessen”, sagte ein Händler. “Das sieht eher nach einer technisch überfälligen Erholung aus.” Der Markt sei schon seit Wochen auf Richtungssuche. “Bei den grundlegenden Problemen vom Handelsstreit bis hin zur Berliner Hängepartie über die Flüchtlingspolitik gibt es keine Lösungen.”

CDU und CSU haben ihren Asylstreit auch nach stundenlangen Beratungen nicht beigelegt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hofft auf ausreichend Fortschritte beim EU-Gipfel, um den Konflikt von CDU und CSU entschärfen und einen Bruch der Regierung verhindern zu können. Die Gespräche mit anderen EU-Staaten seien ermutigend, hieß es am Mittwoch in Berlin in deutschen Regierungskreisen mit Blick auf den am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel. Am Devisenmarkt bevorzugten vor diesem Hintergrund viele Anleger wieder die Sicherheit der Weltleitwährung Dollar. So fiel der Euro um mehr als einen halben US-Cent auf 1,1590 Dollar.

RISIKOAVERSION DER ANLEGER TRIFFT BESONDERS DEN BANKENSEKTOR

Die wachsende Risikoscheu der Anleger sorgte vor allem bei Finanzwerten für Kursverluste. Besonders häufig auf den Verkaufslisten stehen weiter die Papiere der Deutschen Bank. Sie rauschten zeitweise um bis zu fast fünf Prozent hinunter auf ein Rekordtief von 8,7550 Euro hinunter. Mit dem Dax erholten sich die Aktien am Nachmittag etwas und gingen mit einem Abschlag von 1,7 Prozent aus dem Handel. Auch die Unsicherheit vor dem zweiten Teil des Stresstestes der US-Notenbank (Fed) lastete auf den Papieren.

Im EuroStoxx50 standen neben der Deutschen Bank die Titel der italienischen Intesa SanPaolo und der spanischen BBVA mit Abschlägen von eins beziehungsweise 0,8 Prozent unter Druck. An der Wall Street notierte der S&P-500-Banken-Sektor leicht im Plus. Am Dienstag war er um 0,4 Prozent und damit den zwölften Tag in Folge gefallen, die längste Verlustserie, die es bislang gab.

Mit Käufen reagierten die Anleger auf einen Reuters-Bericht, wonach Thyssenkrupp und Tata Steel einer Fusion ihrer Stahlgeschäfte näher kommen. Eine Vereinbarung werde noch in dieser Woche angestrebt, sagten mehrere Insider. “Damit wäre die Unsicherheit endlich weg, und das sieht der Markt natürlich positiv.” Die Thyssen-Aktien stiegen um 3,7 Prozent an die Dax-Spitze.

Thema an den Finanzmärkten war auch der Anstieg der Ölpreise. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um über zwei Prozent auf 78,12 Dollar je Barrel (159 Liter). Hintergrund sind Spekulationen auf ein geringeres Angebot auf dem Weltmarkt.

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