July 9, 2018 / 6:02 AM / 5 months ago

Handelskonflikt bremst Dax - Johnson-Rücktritt setzt Pfund zu

The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, November 17, 2017. REUTERS/Staff/Remote

Frankfurt (Reuters) - Zum Wochenauftakt haben die europäischen Anleger vorsichtig bei Aktien wieder zugegriffen.

Der globale Handelsstreit dämpfte laut Händlern nach wie vor die Kauflaune. An der Wall Street überwog vor Start der Bilanzsaison in dieser Woche aber der Optimismus: Investoren gehen davon aus, dass die Unternehmen dank der zu Jahresbeginn von US-Präsident Donald Trump durchgesetzten Steuersenkungen im zweiten Quartal mehr verdient haben. Der Dow Jones stieg bis zum europäischen Handelsschluss um über ein Prozent. Der Dax ging mit einem geringeren Plus von 0,4 Prozent und 12.543 Punkten aus dem Handel. Am Devisenmarkt war nach dem Rücktritt des britischen Außenministers Boris Johnson der Brexit das Hauptthema. Das Pfund Sterling wertete um etwa ein US-Cent auf 1,3240 Dollar ab.

Johnson folgte mit dem Schritt Brexit-Minister David Davis, der schon am Sonntag seinen Abschied eingereicht hatte. Zunächst hatten viele Anleger noch darauf gesetzt, dass mit dem Rücktritt von Davis die Chancen für einen sogenannten “weichen” Brexit gestiegen seien. Dies hatte das Pfund auf ein Dreieinhalb-Wochen-Hoch von 1,3363 Dollar gehievt. Davis und Johnson gelten als Verfechter eines harten Schnitts bei den britisch-europäischen Beziehungen. Doch mit Johnsons Rücktritt kehrte die Unsicherheit zurück.

“Wenn Johnson Mays Führung infrage stellt und die Regierung stürzt, ist das für die Wirtschaft des Landes alles andere als gut”, erklärte ein Händler. Zudem dürfte Premierministerin Theresa May nun wieder einen härteren Brexit-Kurs anstreben. May erhöhte ihrerseits den Druck auf die EU. Wenn die EU bei ihrem Kurs bliebe, gebe es ein ernsthaftes Risiko für einen Austritt ohne Deal. An den Märkten wird befürchtet, dass in diesem Fall die wirtschaftlichen Auswirkungen stark sein werden.

Am Aktienmarkt in London sorgte der Kursrückgang des Pfundes für Käufe. Denn viele der im Leitindex gelisteten Unternehmen machen ihr Geld im Ausland und profitieren deswegen von einem niedrigen Pfund-Kurs. So stieg der “Footsie” um rund ein Prozent.

LUFTHANSA FLIEGEN IM DAX GANZ VORNE MIT

Unter den Einzelwerten im Dax legte Lufthansa im Schlepptau des Rivalen Air France-KLM über zwei Prozent zu. Die Aktien der französischen Fluggesellschaft schossen mehr als sechs Prozent in die Höhe. Die Zahl der Passagiere lag bei der Unternehmensgruppe im Juni bei 9,3 Millionen - im Vergleich zum Juni des Vorjahres ein Plus von 3,7 Prozent. Die Titel der British-Airways-Mutter IAG stiegen um zwei Prozent.

Gefragt war zudem Hapag-Lloyd. Die im SDax gelisteten Aktien gewannen mehr als vier Prozent. Insider sagten der Nachrichtenagentur Reuters, die französische Container-Reederei CMA CGM habe ein Auge auf den Hamburger Rivalen geworfen. Die Großaktionäre lehnten die Avancen zwar ab. Doch setzten Anleger auf Bewegung im Sektor.

In New York geriet Twitter unter die Räder. Die “Washington Post” berichtete, im Kampf gegen die Verbreitung von Falschmeldungen habe der Kurznachrichtendienst Millionen von Nutzerkonten gesperrt. Dies könnte zu einem seltenen Rückgang der monatlichen Nutzerzahl im zweiten Quartal geführt haben. Die Papiere stürzten um fast zehn Prozent ab.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below