August 9, 2018 / 6:35 AM / in 2 months

US-Politik irritiert Börsen - Rubel und Lira unter Druck

Frankfurt (Reuters) - Die Spannungen zwischen den USA und mehreren anderen Staaten halten Anleger von Aktienkäufen ab.

The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, March 9, 2018. REUTERS/Staff/Remote

Durchwachsene Firmenbilanzen schreckten sie am Donnerstag ebenfalls von einem Einstieg ab. Der Dax legte 0,3 Prozent auf 12.676,11 Punkte zu, während der EuroStoxx50 bei 3492,42 Zählern stagnierte. An der Wall Street kamen die Indizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 ebenfalls kaum vom Fleck.

Noch deutlicher waren die Ausschläge an den Devisenmärkten. “Die Politik richtet in einem Ausmaß kurzfristiges Chaos an, dass wir uns fragen, welche Währung wirklich sicher ist”, sagte Anlagestratege Viraj Patel von der ING Bank. So fiel die türkische Lira auf ein Rekordtief, nachdem Gespräche zur Beilegung des Streits über die Freilassung des in der Türkei festgehaltenen US-Geistlichen Andrew Brunson keine Ergebnisse gebracht hatten. Parallel dazu trieben verstärkte Spekulationen auf Zahlungsausfälle in der Türkei die Kosten für Kreditausfall-Versicherungen auf den höchsten Stand seit neun Jahren.

Investoren flüchteten auch aus dem Rubel, nachdem die USA wegen des Giftgas-Anschlags auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal neue Sanktionen gegen Russland androhten. Der Kurs des Dollar stieg daraufhin auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 66,73 Rubel. Sollte Russland mit Gegen-Sanktionen reagieren, könne der Dollar auf 72 Rubel klettern, prognostizierten die Experten der Danske Bank. Die russische Börse rutschte am Donnerstag um 1,5 Prozent ab.

Im Handelsstreit mit China verschärften die dortigen Staatsmedien ihren Ton. Die Zeitung “China Daily” warf der US-Regierung “Gangster-Mentalität” vor. China hat gerade auf US-Strafzölle mit Abgaben auf Einfuhren aus den USA reagiert. “Die Eskalationsspirale bleibt damit in vollem Gang”, sagte Fondsmanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

ADIDAS NACH ZAHLEN IM AUFWIND - SMA SOLAR AUF TALFAHRT

Bei den Unternehmen stand Adidas im Rampenlicht. Die Aktien des Sportartikel-Herstellers sprinteten mit einem Kursplus von 9,4 Prozent an die Spitze des Dax. Die vorgelegten Zahlen lägen über den Erwartungen, sagte Analyst Volker Bosse von der Baader Helvea Bank. Das Geschäft entwickle weiterhin besser als bei den US-Rivalen. Nike und Under Armour rückten an der Wall Street bis zu zwei Prozent vor.

Unter Druck standen dagegen die Titel von Thyssenkrupp, die sich um 1,7 Prozent verbilligten. Die vorgelegten Quartalszahlen lägen zwar im Rahmen der Erwartungen, urteilte Sven Diermeier von Independent Research. Die mittelfristigen Geschäftsziele könnten dagegen nicht überzeugen.

In London verbuchten die Papiere von Cineworld mit einem Kursplus von knapp elf Prozent den größten Tagesgewinn seit viereinhalb Jahren. Kassenschlager wie die Superhelden-Filme “Avengers: Infinity War”, “Black Panther” und “Incredibles 2” trieben den Umsatz und Gewinn des weltweit zweitgrößten Kinobetreibers nach oben. An der Wall Street kletterten die Aktien des Branchenprimus AMC um bis zu 4,9 Prozent auf ein Zwölf-Monats-Hoch von 18,35 Dollar.

Die Titel von Dropbox stiegen wenige Stunden vor Bekanntgabe der Quartalsergebnisse sogar um 6,1 Prozent. Der Anbieter von Online-Speicherplatz werde voraussichtlich einen Umsatzsprung auf 328 Millionen Dollar und einen Quartalsgewinn von 0,05 Dollar je Aktie bekanntgeben, schrieb Analyst Rishi Jaluria vom Vermögensverwalter DA Davidson in einem Kommentar. Diese konservative Prognose könnte noch übertroffen werden.

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