December 3, 2018 / 6:54 AM / 9 days ago

Anleger feiern Entspannung im Zollstreit - Zweifel bleiben

Frankfurt (Reuters) - Der Burgfrieden im Handelsstreit zwischen den USA und China hat an den Börsen eine Erleichterungsrally ausgelöst.

The DAX board is reflected in the logo at the stock exchange in Frankfurt, Germany, January 21, 2016. European shares and oil prices held steady at multi-year lows on Thursday after a torrid two days that has wiped trillions of dollars off global markets. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Der Dax stieg am Montag um 1,9 Prozent auf 11.465 Punkte, der EuroStoxx50 gewann 1,4 Prozent auf 3218 Zähler. An der Wall Street legte der Standardwerte-Index Dow Jones 0,8 Prozent zu.

Die USA und China wollen die geplante nächste Runde von Strafzöllen um 90 Tage aussetzen. Die Zeit soll für Verhandlungen genutzt werden. “Damit ist klar, dass in diesem Jahr in Sachen Handelsstreit keine neuen Turbulenzen drohen”, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. “Mittelfristig darf aber nicht vergessen werden, dass China und die USA zwar einen Waffenstillstand erreicht haben, aber keine endgültige Lösung.”

Die Analysten der Commerzbank warnten daher vor überzogenen Erwartungen. “Die eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt und es gibt unseres Erachtens noch zahlreiche Risiken und Unsicherheiten.” Goldman Sachs äußerte sich dagegen optimistisch: US-Präsident Donald Trump wolle offenbar eine Vereinbarung vor der Präsidentschaftswahl 2020 erreichen.

CHINESISCHE BÖRSE UND ROHSTOFFE IM AUFWIND

In China gab die Atempause nicht nur der Börse Shanghai, sondern auch der Landeswährung Auftrieb. Ein Dollar verbilligte sich um bis zu 1,1 Prozent auf 6,8798 Yuan. Dank der nachlassenden Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft deckten sich Anleger auch mit Kupfer ein. Das Industriemetall verteuerte sich um 1,7 Prozent auf 6300,50 Dollar je Tonne.

Der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee stieg zeitweise sogar um bis zu 5,3 Prozent auf 62,60 Dollar je Barrel (159 Liter). Das ist der größte Kurssprung seit zwei Jahren. Rohöl profitierte von der Aussicht auf eine Kürzung der Fördermengen durch das Exportkartell Opec und seiner Verbündeten. Unabhängig davon will auch Kanada seine Produktion drosseln. Offenbar lösten nun zahlreiche Anleger ihre Wetten auf weitere Kursverluste auf, sagte Carlo Alberto De Casa, Chef-Analyst des Brokerhauses ActivTrades.

AUTOBAUER UND LUXUSGÜTER-HERSTELLER GEFRAGT

Bei den Aktienwerten gehörten die Autobauer zu den Favoriten. Sie profitierten zusätzlich von der Ankündigung Trumps, dass China die Zölle auf US-Importfahrzeugen von derzeit 40 Prozent abbauen werde. Der europäische Branchenindex gewann 3,1 Prozent. Das ist der größte Tagesgewinn seit einem knappen halben Jahr. An der Wall Street legten General Motors, Ford und Tesla bis zu 3,1 Prozent zu.

Auch bei Luxusgüter-Anbietern, die stark vom China-Geschäft abhängig sind, griffen Investoren zu. Aktien der Louis-Vuitton-Mutter LVMH, des Gucci- und Puma-Eigentümers Kering sowie des Cartier-Eigners Richemont gewannen bis zu 7,6 Prozent.

Am Nachmittag rückte Uniper ins Rampenlicht. Insidern zufolge haben der finnische Konkurrent Fortum und der US-Hedgefonds Elliott eine Mehrheitsübernahme des Versorgers durchgespielt. Uniper-Aktien stiegen daraufhin zeitweise um fünf Prozent und schlossen drei Prozent höher bei 23,35 Euro. Fortum betonte, mit der aktuellen Uniper-Beteiligung von 47 Prozent zufrieden zu sein. Elliott wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

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