December 10, 2018 / 6:56 AM / a month ago

Brexit-Chaos belastet Pfund erneut - Aktien auch im Minus

Frankfurt (Reuters) - Das Hick-Hack um die Brexit-Abstimmung im britischen Parlament hat den Puls der Anleger in Europa in die Höhe getrieben.

An outside view of Frankfurt stock exchange is pictured in Frankfurt, Germany, September 15, 2018. Picture taken September 15, 2018. REUTERS/Ralph Orlowski

Sie zogen sich am Montag aus dem Pfund Sterling zurück und drückten die britische Währung auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief von 1,2505 Dollar. Auch an den Aktienmärkten standen die Zeichen auf Verkauf. Hier drückten zusätzlich der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie eine mögliche Abkühlung der Weltkonjunktur auf die Stimmung, so Analysten.

Der Dax verlor 1,5 Prozent und schloss mit 10.622 Punkten auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Damit summierte sich das Minus der vergangenen Tage auf 7,4 Prozent. Das ist der größte Rückgang seit zweieinhalb Jahren. Der EuroStoxx50 büßte am Montag ebenfalls 1,5 Prozent auf 3012 Zähler ein. An der Wall Street gab der Standardwerte-Index Dow Jones ähnlich stark nach.

Kopfschmerzen bereitete Anlegern dabei das insgesamt enttäuschende Wachstum der chinesischen Exporte. Da die Ausfuhren in die USA aber trotz des Zollstreits ein Rekordhoch erreicht hätten, lägen die Probleme der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft offenbar woanders, sagte Stephen Innes vom Broker Oanda. “Man kann nur vermuten, wie sich eine Anhebung der US-Strafzölle auf 25 Prozent auf China auswirken wird.”

ERST HÜ, DANN HOTT - MAY WILL BREXIT-DEAL RETTEN

Die britische Premierministerin Theresa May verschob die für Dienstag geplante Abstimmung über die Scheidungsvereinbarung zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU. Sie kündigte Nachverhandlungen an, um eine Mehrheit im Unterhaus zusammenzubekommen. Mays Autorität habe aber bereits gelitten, sagte Finanzmarkt-Experte Andy Scott von der Beratungsfirma JCRA. Sie könnte ihr Amt bald verlieren.

Neben dem Pfund kamen auch die britischen Versorger Centrica und SSE sowie der Briefzusteller Royal Mail unter Druck. Ihre Aktien verloren bis zu 4,7 Prozent. Investoren befürchten wegen des Brexit-Chaos Neuwahlen und einen Sieg der oppositionellen Labour-Partei, sagte Anlage-Experte Russ Mould vom Brokerhaus AJ Bell. “Labour hatte damit gedroht, die Versorger und Royal Mail zu verstaatlichen.”

BASF NACH GEWINNWARNUNG AUF TALFAHRT

Im Dax fielen die Aktien von BASF um 3,8 Prozent auf 58,40 Euro. Das ist der niedrigste Schlusskurs seit fast drei Jahren. Der Chemiekonzern hatte unter anderem wegen eines schwächelnden China-Geschäfts seine Gesamtjahresziele gesenkt. Diese Belastungen würden sich voraussichtlich auch noch im ersten Halbjahr 2019 bemerkbar machen, schrieb Analyst Laurence Alexander von der Investmentbank Jefferies. Im Sog des BASF-Kursrutsches gaben die Titel der Konkurrenten Covestro, Evonik und Lanxess bis zu 4,1 Prozent nach.

An der Wall Street verloren die Papiere von Apple 2,1 Prozent. Der Chip-Hersteller Qualcomm erwirkte in einem Patentstreit vor einem chinesischen Gericht ein vorläufiges Verkaufsverbot für bestimmte iPhone-Modelle. Apple betonte allerdings, dass die gesamte Smartphone-Palette in China weiterhin verfügbar sei. Qualcomm-Aktien stiegen um 2,9 Prozent.

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