September 23, 2019 / 6:22 AM / 2 months ago

Bewegung im Zollstreit hilft Börsen - Gewinnwarnungen bremsen

Frankfurt (Reuters) - Die Hoffnung auf eine Annäherung im Zollstreit zwischen den USA und China gibt den europäischen Aktienmärkten Auftrieb.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, November 20, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu den geplanten Handelsgesprächen drängten die “destabilisierenden Faktoren” rund um seine Präsidentschaft in den Hintergrund, sagte Analyst Connor Campbell vom Brokerhaus Spreadex. Dax und EuroStoxx50 legten am Donnerstag jeweils etwa ein halbes Prozent auf 12.288,54 und 3532,43 Punkte zu. Der US-Standardwerteindex Dow Jones verlor dagegen 0,4 Prozent.

Trumps Worten zufolge könnten die USA und China ihren Konflikt schneller beilegen als gedacht. “Eine zügige Einigung bleibt ein Luftschloss”, sagte Volkswirtin Aline Goupil-Raguenes vom Vermögensverwalter Ostrum. Schließlich gehe bei dem Streit im Grunde nicht zum Handelsbilanzen, sondern um die weltweite Technologieführerschaft. “Die Spannungen dürften sogar weiter zunehmen.” Dem TV-Sender CNBC zufolge wird die US-Regierung die Ausnahmen für das Verbot von Geschäften zwischen US-Firmen und dem chinesischen Telekom-Ausrüster Huawei nicht verlängern.

Kopfzerbrechen bereitete Börsianern ein umstrittenes Telefonat Trumps. Der Mitschrift zufolge animierte er darin den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, das Vorgehen des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden im Zusammenhang mit Geschäften von dessen Sohn in der Ukraine zu untersuchen. “Schon oft wurde in der Präsidentschaft Trumps über ein Amtsenthebungsverfahren spekuliert, aber noch nie war man dem so nah wie heute”, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. “Der Wille, Donald Trump aus dem Weißen Haus zu jagen, scheint nun stärker denn je.”

ÖLPREIS FÄLLT - EURO AUF 2-1/2-JAHRES-TIEF

Am Rohölmarkt fiel der Preis für die Sorte Brent aus der Nordsee um ein Prozent auf 61,74 Dollar je Barrel (159 Liter). Saudi-Arabien repariere seine bei einem Drohnen-Angriff vor zwei Wochen beschädigten Förderanlagen schneller als gedacht, sagten Börsianer.

Unterdessen fiel der Euro zeitweise auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief von 1,0921 Dollar. Hier machte die überraschende Rücktrittsankündigung der EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger Investoren nervös. Der Rücktritt sei als klarer Widerspruch zur aktuellen und extrem lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank zu werten und zeige, wie umstritten die jüngsten Beschlüsse gewesen seien, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

THYSSEN IM AUFWIND - SALZITTER AUF TALFAHRT

Am deutschen Aktienmarkt gehörte Thyssenkrupp mit einem Kursplus von 0,6 Prozent zu den Favoriten. Insidern zufolge treibt der Mischkonzern dem Führungswechsel zum Trotz den Verkauf der lukrativen Aufzugssparte voran.

An der Wall Street legten die Titel von Beyond Meat sogar neun Prozent zu. Die Schnellrestaurant-Kette McDonald’s testet in den kommenden Wochen die veganen Burger-Buletten von Beyond Meat in einigen Filialen.

Die Titel von Salzgitter brachen dagegen um 7,6 Prozent ein. Wegen einer drohenden Kartellstrafe und Kosten für die Restrukturierung erwartet der Stahlkonzern für 2019 einen Verlust statt eines Gewinns.

Die Papiere von ABN Amro stürzten um bis 14 Prozent ab und waren mit 15,56 Euro so billig wie zuletzt vor mehr als drei Jahren. Die niederländische Bank ist wegen Geldwäsche-Verdacht ins Visier der Behörden geraten. Am Dienstag und Mittwoch hatten Ermittler bei der Deutschen Bank Unterlagen wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Geldwäsche im Skandal um die dänische Danske Bank gesichert. Deutsche Bank-Aktien gaben zwei Prozent nach.

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