October 11, 2019 / 7:29 AM / 11 days ago

Konjunkturoptimismus gibt Börsen Auftrieb

Frankfurt (Reuters) - In der Hoffnung auf eine Entspannung der Dauerkrisen Zollstreit und Brexit steigen Anleger in die europäischen Aktienmärkte ein.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the German share price index DAX board at the Frankfurt stock exchange, January 15, 2015. Global markets were thrown into turmoil on Thursday as a shock move by Switzerland to abandon its three-year cap on the franc sent the currency soaring and Europe's shares and bond yields tumbling. REUTERS/Kai Pfaffenbach (GERMANY - Tags: BUSINESS TPX IMAGES OF THE DAY)

Der Dax legte am Freitag 1,7 Prozent auf 12.369 Punkte zu, der EuroStoxx50 gewann 1,1 Prozent auf 3534 Zähler.

Der Haupt-Stimmungsaufheller an der Börse war die positive Zwischenbilanz der aktuellen Handelsgespräche durch US-Präsident Donald Trump. Dieser wollte sich noch im Tagesverlauf mit dem chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Liu He im Weißen Haus treffen. “Ein Interims-Deal erscheint möglich”, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Der Verzicht auf eine weitere Verschärfung der gegenseitigen Strafzölle wäre schon ein Erfolg. “Allerdings haben die vergangenen Verhandlungsrunden gezeigt, dass Gespräche auch auf der Zielgeraden noch scheitern können. Von daher sollten die Korken erst knallen, wenn die Tinte trocken ist.”

Außerdem sei unklar, ob die Verhandlungspartner eine solche Einigung in ihren jeweiligen Ländern auch verkaufen könnten, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Schließlich stehe vor allem die Regierung in Peking unter Druck, nicht als zu nachgiebig zu erscheinen.

AUF DEM WEG ZU EINEM BREXIT-DEAL?

Optimismus schürten auch der britische Premierminister Boris Johnson und sein irischer Kollege Leo Varadkar. Sie sehen einen Weg zu einer raschen Einigung im Streit um das Grenzregime zwischen der Republik Irland und dem britischen Nordirland nach dem geplanten Brexit. “Das ändert alles”, sagte Analyst Malcolm Barr von der Bank JPMorgan. “Wir rechnen jetzt mit einem Deal.” Offenbar habe man den Schlüssel für die Lösung des Problems gefunden.

Das Pfund Sterling verteuerte sich um jeweils etwa drei Cent auf bis zu 1,2588 Dollar und 1,1410 Euro. Sollte die weiteren Brexit-Gespräche in Brüssel gut laufen, könne mit zusätzlichen Kursaufschlägen gerechnet werden, prognostizierte Timothy Graf, Chef-Anlagestratege des Vermögensberaters State Street. Allerdings müsse mit Widerstand der Brexit-Hardliner im britischen Parlament und der nordirischen Partei DUP gerechnet werden. Für diese beiden Gruppen scheine kein wie auch immer gearteter Brexit-Deal gut genug.

Britische Firmen, die ihr Hauptgeschäft auf dem Heimatmarkt machen, erfreuten sich großer Beliebtheit. So stiegen die Aktien der Eigenheimbauer Barratt, Berkeley, Persimmon und Taylor Wimpey um bis zu zehn Prozent. Die Baumarkt-Kette Kingfisher und die Royal Bank of Scotland (RBS) gewannen ähnlich stark. An der Börse in Dublin gehörten die Kreditinstitute AIB und Bank of Ireland mit Kursgewinnen im teils zweistelligen Prozentbereich zu den Profiteuren.

SAP ÜBERZEUGT MIT ZAHLEN - HUGO BOSS AUF TALFAHRT

Zu den Favoriten am deutschen Aktienmarkt zählte SAP mit einem Kursplus von 7,2 Prozent. Der Softwarekonzern legte Quartalsergebnisse vor und gab überraschend den Abgang von Chef Bill McDermott bekannt. Umsatz und Gewinn lägen über den Erwartungen, schrieb Analyst J. Derrick Wood vom Vermögensverwalter Cowen. Durch den Wechsel an der Spitze werde die Unternehmensführung verjüngt und könnte mehr Dynamik entfalten, sagte ein Börsianer.

Die Titel von Hugo Boss stürzten dagegen um gut 14 Prozent ab und waren mit 38,37 Euro so billig wie zuletzt vor neun Jahren. Die Modefirma schraubte nach einem schwachen Quartalsergebnis ihre Gesamtjahresziele zurück. “Die Gewinnwarnung kommt nicht überraschend, ist angesichts der überragenden LVMH-Zahlen von gestern aber dennoch eine Enttäuschung”, sagte ein Börsianer.

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