December 17, 2019 / 6:49 AM / a month ago

Brexit-Sorgen verderben Börsenparty - Unilever belastet

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the German share price index DAX board at the Frankfurt stock exchange, January 15, 2015. Global markets were thrown into turmoil on Thursday as a shock move by Switzerland to abandon its three-year cap on the franc sent the currency soaring and Europe's shares and bond yields tumbling. REUTERS/Kai Pfaffenbach (GERMANY - Tags: BUSINESS TPX IMAGES OF THE DAY)

Frankfurt (Reuters) - Die wieder aufflackernde Furcht vor einem harten Brexit hat der Börsenparty einen Dämpfer bereitet.

Der Dax schloss am Dienstag 0,9 Prozent tiefer auf 13.288 Punkten. Der EuroStoxx50 verlor 0,7 Prozent auf 3745 Zähler. Für Ernüchterung sorgte der britische Premierminister Boris Johnson, der eine Verlängerung der Brexit-Übergangsfrist gesetzlich ausschließen will. Damit werde der finale EU-Austritt Großbritanniens einmal mehr zum Spiel gegen die Zeit, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung QC Partners. “Wenn die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen scheitern oder einfach nicht rechtzeitig fertig werden, haben wir einen harten Brexit durch die Hintertür.”

Das Pfund geriet unter Druck, die britische Währung verlor 1,6 Prozent auf 1,3111 Dollar und machte damit die Kursanstiege seit dem klaren Wahlsieg für Johnsons Konservative wieder zunichte. Der Markt habe zuletzt das Brexit-Risiko zurückgedrängt und sich auf einen geordneten EU-Austritt des Königreichs gefreut, sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Nun sei Ernüchterung eingekehrt. “Dass das noch nicht das Ende der Geschichte ist, war aber zuvor schon klar.” Johnson habe bereits in seinem Wahlprogramm erklärt, den EU-Austritt bis zum Jahresende 2020 abzuschließen.

Bei einigen Investoren kehrte nach der jüngsten Euphorie über die Einigung zwischen den USA und China im Handelsstreit etwas Ernüchterung ein. Das Teilabkommen, das den Verzicht auf US-Zölle und den Kauf von US-Produkten durch China vorsieht, sei “absolut abgeschlossen”, bekräftigte der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow. Allerdings wurde es noch nicht unterschrieben, ein Termin dafür werde noch gesucht, sagte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer. “Manchmal steckt der Teufel im Detail”, sagte DZ-Bank-Experte Andy Cossor. “Sie haben sich im Grundsatz geeinigt, aber die Verhandlungen über die letzten paar Einzelheiten könnten schwieriger werden als erwartet.”

BOEING-PRODUKTIONSSTOPP LASTET AUF ZULIEFERERN

Der Produktionsstopp für den Boeing-Flieger 737 MAX drückte auf die Aktien der Zulieferer. Die Anteilsscheine der größten europäischen Boeing-Partner Safran und Senior verbilligten sich um 1,5 beziehungsweise elf Prozent. Die Boeing-Titel notierten leicht im Plus. Die Papiere des Rivalen Airbus legten 1,7 Prozent zu. Analysten der Credit Suisse erklärten, es sei schwer, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Entscheidung von Boeing einzuschätzen, ohne mehr über die Dauer des Produktionsstopps und die Lieferbedingungen zu wissen. Die 737 MAX ist seit März aus dem Verkehr gezogen, nachdem bei zwei Abstürzen in Indonesien und Äthiopien 346 Menschen innerhalb von fünf Monaten ums Leben kamen.

Mit einem Minus von 7,1 Prozent gehörten Ceconomy-Titel zu den schwächsten Werten im SDax. Die angeschlagene Mutter der Elektronikketten Media Markt und Saturn verzichtet zur Stärkung des Eigenkapitals erneut auf eine Ausschüttung.

Der britische Konsumgüter- und Nahrungsmittelhersteller Unilever verdirbt seinen Aktionären mit seiner gesenkten Umsatzprognose den Appetit. Die Aktien gaben um 7,2 Prozent nach. Der Produzent von Ben & Jerry’s-Eiscreme und Dove-Duschgel rechnet damit, dass der Umsatz im laufenden Jahr etwas weniger stark zugelegt hat als bislang angenommen, und verwies auf Schwächen in Südasien und Nordamerika.

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