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Marktnachrichten

Entspannung in Virus-Krise hievt Börsen auf Rekordstände

Frankfurt (Reuters) - In der Hoffnung auf eine rasche Überwindung der Coronavirus-Epidemie decken sich Anleger mit Aktien ein.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the German share price index DAX board at the Frankfurt stock exchange, January 15, 2015. Global markets were thrown into turmoil on Thursday as a shock move by Switzerland to abandon its three-year cap on the franc sent the currency soaring and Europe's shares and bond yields tumbling. REUTERS/Kai Pfaffenbach (GERMANY - Tags: BUSINESS)

“China scheint die Situation unter Kontrolle zu haben”, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. “Das ermöglicht den Anlegern, sich stattdessen auf die wieder besseren Gewinnaussichten der Unternehmen zu konzentrieren.” Außerdem deuteten die Äußerungen von US-Notenbankchef Jerome Powell und seiner Kollegen Christine Lagarde von der EZB darauf hin, dass sie an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten werden. “Damit baden Dividendenpapiere gerade wieder in Milch und Honig zugleich.”

Der Dax stieg am Dienstag auf ein Rekordhoch von 13.668,43 Punkten und schloss ein Prozent im Plus bei 13.627,84 Zählern. Der breit gefasste US-Index S&P 500 markierte mit 3375 Punkten zum dritten Mal binnen vier Tagen eine neue Bestmarke. Der EuroStoxx50 kletterte um bis zu ein Prozent auf ein Fünf-Jahres-Hoch von 3832,06 Stellen.

Wegen der sinkenden Infektionsraten setzten Anleger darauf, dass die Beeinträchtigung der Weltwirtschaft durch das Virus nur vorübergehend ist, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Dies verhalf Kupfer zu einem Kursplus von 1,4 Prozent auf 5744 Dollar je Tonne. China ist der größte Abnehmer des Industriemetalls. Der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee stieg um 1,5 Prozent auf 54,06 Dollar je Barrel (159 Liter).

BILLIGES NOTENBANK-GELD

Börsianer erwarten ab Jahresmitte eine Zinssenkung der US-Notenbank, obwohl Fed-Chef Jerome Powell bei einer Anhörung vor dem US-Kongress betonte, die US-Wirtschaft sei in sehr guter Verfassung. Die People’s Bank of China (PBoC) pumpte bereits Milliarden in die dortige Wirtschaft und denkt über eine Absenkung der Zinsen nach, um die Virus-Folgen abzumildern.

Die Europäische Zentralbank (EZB) will unter anderem mit neuen Billig-Krediten für die Geschäftsbanken der schwächelnden Konjunktur in Europa unter die Arme zu greifen. Außerdem hat sie im Herbst ihre Anleihekäufe wieder aufgenommen. Weil dadurch heimische Anleihen kaum noch etwas abwerfen oder gar ein Verlust-Geschäft sind, stecken Investoren seit Längerem ihr Geld verstärkt in Aktien.

TOURISMUS-WERTE GEFRAGT - DEUTSCHE TELEKOM UM AUFWIND

Am Aktienmarkt griffen Investoren vor allem bei Tourismus-Werten zu, die wegen des Virus zuletzt unter die Räder gekommen waren. Ein weiterer Stimmungsaufheller für die Branche waren starke Buchungszahlen und der etwas optimistischere Ausblick von TUI. Dies verdanke der Konzern dem Kollaps des Rivalen Thomas Cook, sagte Markets.com-Experte Wilson. Die in London notierten TUI-Aktien stiegen um 12,5 Prozent. Das ist der größte Tagesgewinn der Firmengeschichte.

Zur Spitzengruppe im Dax gehörte die Deutsche Telekommit einem Kursplus von 3,8 Prozent. Der Richter im Prozess um die milliardenschwere Fusion der US-Tochter T-Mobile mit dem Rivalen Sprint segnete den Zusammenschluss ab. Damit sei der Deal aber noch nicht in trockenen Tüchern, warnte Analyst Ulrich Rathe von der Investmentbank Jefferies. So könne der Generalstaatsanwalt in Berufung gehen. Außerdem könnten sich Wettbewerbshüter einzelner US-Bundesstaaten querlegen. T-Mobile-Titel stiegen an der Wall Street dennoch auf ein Rekordhoch von 95,23 Dollar. Sprint verbuchte einen Kurssprung von 76 Prozent.

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