February 21, 2020 / 7:49 AM / 2 months ago

Konjunktursorgen drücken Börsen ins Minus

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the German share price index DAX board at the Frankfurt stock exchange, January 15, 2015. Global markets were thrown into turmoil on Thursday as a shock move by Switzerland to abandon its three-year cap on the franc sent the currency soaring and Europe's shares and bond yields tumbling. REUTERS/Kai Pfaffenbach (GERMANY - Tags: BUSINESS TPX IMAGES OF THE DAY)

Frankfurt (Reuters) - Zum Wochenschluss haben an Europas Börsen die Pessimisten wieder das Ruder übernommen.

Die Furcht vor einem Dämpfer für die Weltwirtschaft durch die Coronavirus-Epidemie drückte die Aktienkurse und sorgte für einen Run auf sichere Anlagehäfen wie Gold und Anleihen. Der Dax verlor 0,6 Prozent auf 13.579,33 Punkte. Der EuroStoxx50 und die US-Börsen gaben ebenfalls nach. Auf Wochensicht fiel der deutsche Leitindex um 1,2 Prozent. Ein im Februar überraschend gestiegenes Barometer für die Stimmung der europäischen Einkaufsmanager stützte die Kurse zwar etwas, brachte die Anleger aber nicht in Kauflaune. “Die Ausbreitung des Erregers in Südkorea und Japan schürt die Sorge, dass das Virus länger grassiert und die wirtschaftlichen Auswirkungen größer sein werden als bislang erwartet”, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets.

Dies spiegelte sich auch an den Rohstoffmärkten wider. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 1,9 Prozent auf 58,18 Dollar je Barrel (159 Liter). Im Gegenzug flohen Anleger in den “sicheren Hafen” Gold. Das Edelmetall kletterte auf ein erneutes Sieben-Jahres-Hoch von 1648 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Am Devisenmarkt deckten sich Investoren mit der Schweizer Währung ein. Dadurch verharrte der Euro auf seinem Viereinhalb-Jahres-Tief von 1,0605 Franken.

Anleger griffen außerdem zu Bundesanleihen und drückten dadurch die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Viereinhalb-Monats-Tief von minus 0,465 Prozent.

ALLIANZ NACH ZAHLEN IM AUFWIND - BANKEN UNTER DRUCK

Der Renditerutsch setzte an den Aktienmärkten Finanzwerte unter Druck. Deutsche Bank sackten um 3,5 Prozent ab. In Mailand verloren Titel der Unicredit 3,9 Prozent. Einem Insider zufolge gilt der Vorstandsvorsitzende Jean Pierre Mustier als Kandidat für den Chefposten bei der angeschlagenen britischen Bank HSBC. Mustier leitet seit Mitte 2016 die italienische HVB-Mutter. Er senkte dort Kosten, baute faule Kredite ab und sammelte frisches Kapital ein.

Auch europäische Autowerte gerieten unter die Räder. Daimler rutschten um 2,6 Prozent ab. Der Autobauer sieht durch den Ausbruch des Coronavirus diverse Risiken auf sich zukommen. So könnten Absatzentwicklung, Produktion, Beschaffungsmarkt und Zulieferkette erheblich beeinträchtigt werden.

Zu den wenigen Gewinnern am deutschen Aktienmarkt zählte Allianz mit einem Kursplus von 1,2 Prozent. Der operative Quartalsgewinn sei höher ausgefallen als vorhergesagt, schrieb Analyst Andreas Schäfer vom Bankhaus Lampe. Die geplante Dividenden-Anhebung, die Solvenz-Quote und der Aktienrückkauf decke sich mit den Erwartungen oder liege leicht darüber. Ein Börsianer monierte allerdings den enttäuschenden Ausblick für 2020.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below