March 13, 2020 / 6:48 AM / a month ago

Kleine Erholung an den Börsen - Staatshilfen stützen

Frankfurt (Reuters) - Zum Abschluss einer der schwärzesten Börsenwochen der Geschichte hat die Aussicht auf staatliche Konjunkturstützen Europas Börsen gestützt.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, May 8, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Der Dax ging am Freitag rund 0,8 Prozent höher bei 9232,08 Punkten aus dem Handel, der EuroStoxx50 gewann rund ein Prozent. Auf Wochensicht stürzte der deutsche Leitindex aber 20 Prozent ab und verzeichnete den größten Verlust seit 2008.

An der Wall Street standen die Zeichen am Freitag nach den panikartigen Ausverkäufen ebenfalls auf Erholung. Anleger hofften auf ein Konjunkturpaket der US-Regierung und eine weitere Zinssenkung in der kommenden Woche, um die Wirtschaft zu stützen. Bis zum Handelsende in Europa lagen die US-Indizes rund drei Prozent höher.

Die Bundesregierung sagte von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Unternehmen unbegrenzte Hilfen zu. Es geht dabei vor allem um Kreditgarantien durch die staatliche Förderbank KfW sowie steuerliche Entlastungen. “Diese Maßnahme ist effektiv, da sie direkt bei den Firmen ankommt”, sagte VP-Bank-Ökonom Thomas Gitzel. “Das lindert tatsächlich den wirtschaftlichen Stress, hilft es doch Unternehmen über schwierige Zeiten hinweg.”

“BUNDESREGIERUNG TUT DAS EINZIG RICHTIGE”

Zugleich seien die zugesagten Hilfen ein wichtiger Schritt, um das Vertrauen der Anleger wiederherzustellen, sagte Marktanalyst Jochen Stanzel vom Handelshaus CMC Markets. “Die Bundesregierung tut das einzig Richtige.” Technisch seien die Märkte dennoch stark angeschlagen. “Jetzt wäre es schon ein Fortschritt, wenn die Aktienmärkte in eine Seitwärtsbewegung einschwenken würden und der nächste Ausverkauf erst einmal vermieden werden kann.”

Der europäische Touristik-Sektor konnte seine Tagesgewinne nicht halten und rutschte um weitere 2,4 Prozent ab. Lufthansa stiegen allerdings um 7,3 Prozent. Die Fluggesellschaft zieht bei einer weiteren Verschlimmerung der Corona-Krise staatliche Hilfen und ein noch stärkeres Einstellen des Flugbetriebs in Betracht. Deutsche Bank, die am Donnerstag rund 18 Prozent verloren, legten 4,8 Prozent auf 5,10 Euro zu.

ROHSTOFFPREISE IM AUFWIND - ANLEIHEN UNTER DRUCK

Auch an den Rohstoffmärkten zogen die Preise wieder an. Die Öl-Sorte Brent verteuerte sich um zwei Prozent auf 33,90 Dollar je Barrel (159 Liter). Dennoch steuerte der Ölmarkt mit einem Minus von 27 Prozent auf den größten Wochenverlust seit 1991 zu. Der Preis für das Industriemetall Kupfer stieg um 0,3 Prozent auf 5456 Dollar je Tonne.

Wegen der Stabilisierung der Aktienmärkte zogen sich einige Investoren aus den “sicheren Häfen” Bundesanleihen zurück. Dadurch stieg die Rendite der zehnjährigen Titel auf minus 0,544 von minus 0,740 Prozent.

WIRECARD ZIEHEN AN

Bei den deutschen Unternehmen stand Wirecard im Rampenlicht. Dem Zahlungsabwickler zufolge bietet die lange erwartete Sonderprüfung der Geschäftspraktiken bislang keinen Anlass für eine Korrektur der Bilanzen. DZ Bank-Analyst Harald Schnitzer bezeichnete dies als Teilerfolg für das Unternehmen. Wirecard-Aktien stiegen zunächst um fast 30 Prozent, schlossen dann aber nur 4,5 Prozent höher.

Aktien von Drägerwerk gingen nach dem Großauftrag der Bundesregierung für 10.000 Beatmungsgeräte auf Höhenflug. Die Papiere stiegen um 16,1 Prozent.

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