May 12, 2020 / 7:37 AM / 15 days ago

Angst vor neuer Corona-Welle lastet auf Börsen

Frankfurt (Reuters) - Die Furcht vor einer zweiten Coronavirus-Infektionswelle setzt den Börsen zu.

A DAX logo is pictured at the trading floor of the stock exchange in Frankfurt, Germany December 29, 2017. REUTERS/Ralph Orlowski

Positiv aufgenommene Firmenbilanzen und die Hoffnung auf eine Erholung der Weltwirtschaft hielten Anleger am Dienstag allerdings von größeren Verkäufen ab. Der Dax büßte bis zum Abend 0,1 Prozent auf 10.819,50 Punkte ein. Der EuroStoxx50 hielt sich sogar knapp im Plus bei 2884,20 Zählern. Der US-Standardwerteindex Dow Jones bröckelte auf 24.219 Stellen ab.

“Die entscheidenden Variablen derzeit sind die Erholung der wirtschaftlichen Aktivität und die Auswirkungen der gelockerten Restriktionen auf die Ausbreitung des Virus”, sagte Toby Gibb, Manager beim Vermögensverwalter Fidelity. Bei einer neuen Infektionswelle müsse mit erneuten Kursrückschlägen gerechnet werden, warnte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. “Schließlich wäre dann klar, dass der sowieso schon lange Weg zurück zur Normalität noch um einiges länger werden dürfte.”

GOLD UND ROHÖL IM AUFWIND

Vor diesem Hintergrund nahmen einige Anleger Kurs auf “sichere Häfen” wie Gold. Die “Antikrisen-Währung” verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 1708 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Zusätzlichen Rückenwind erhalte das Edelmetall von den Überlegungen Chinas, das Handelsabkommen mit den USA nachzuverhandeln, sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. “Offensichtlich sieht man US-Präsident Donald Trump durch den aktuellen Wirtschaftseinbruch und die bevorstehenden Wahlen bei Verhandlungen in einer schwächeren Position.”

Auch mit Rohöl deckten sich Investoren ein. Die Sorte Brent aus der Nordsee gewann 0,9 Prozent auf 29,90 Dollar je Barrel (159 Liter), nachdem Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuweit zusätzliche Förderkürzungen von insgesamt etwa 1,2 Millionen Barrel pro Tag angekündigt hatten. Außerdem will die “Opec+”, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, Insidern zufolge die im April beschlossene Förderbremse über Juni hinaus verlängern. Die Kursreaktion falle aber moderat aus, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. “Die Sorge ist, dass es noch keine wirkliche Nachfrage gibt.”

DEUTSCHE POST UND VODAFONE NACH ZAHLEN IM AUFWIND

Am deutschen Aktienmarkt gehörten die Titel der Deutschen Post mit einem Kursplus von drei Prozent zu den Favoriten. Analyst Christian Obst von der Baader Helvea Bank lobte das Quartalsergebnis des Brief- und Paketzustellers als solide. “Das unterstreicht unsere Einschätzung, dass Deutsche Post selbst in dieser Krisenzeit über ein robustes Geschäftsmodell verfügt.”

In London legten die Titel von Vodafone sogar gut neun Prozent zu, nachdem der weltweit zweitgrößte Mobilfunker eine stabile Dividende in Aussicht gestellt hatte. Vodafone könne sich das erlauben, weil der freie Cash Flow kräftig gestiegen sei, sagte Markets.com-Experte Wilson.

An der Wall Street steuerten die Papiere von Novavax dagegen mit einem Kursplus von zeitweise fast 74 Prozent auf 42,55 Dollar auf den größten Tagesgewinn seit elf Jahren zu. Die Pharmafirma erhält von Cepi, dem Zusammenschluss aus Institutionen wie WHO oder EU-Kommission und privaten Geldgebern zur Förderung der Impfstoff-Forschung bis zu 384 Millionen Dollar. “Die geplante Investition, die bislang größte des Verbundes, spricht Bände”, schrieb Analyst Vernon Bernardino von der Investmentbank H.C. Wainwright. Sie sei Ausdruck des Vertrauens ins Novavax, einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu entwickeln.

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