May 13, 2020 / 5:39 AM / 15 days ago

Furcht vor neuer Corona-Infektionswelle setzt Börsen zu

Frankfurt (Reuters) - Wegen wachsender Zweifel an einer raschen Erholung der Weltwirtschaft ziehen sich Anleger aus den Aktienmärkten zurück.

A DAX logo is pictured at the trading floor of the stock exchange in Frankfurt, Germany December 29, 2017. REUTERS/Ralph Orlowski

“Die Furcht, dass die Lockerung der Restriktionen eine zweite Welle der Coronavirus-Infektionen auslöst, nimmt Überhand”, sagte Analyst Stephen Brennock vom Brokerhaus PVM. Darüber hinaus warnte US-Notenbankchef Jerome Powell vor einer längeren Rezession wegen der Pandemie.

Dax und EuroStoxx50 büßten daraufhin am Mittwoch jeweils 2,6 Prozent ein auf 10.542,66 und 2810,55 Punkte ein. Der US-Standardwerteindex Dow Jones gab knapp zwei Prozent nach.

“In den vergangenen Wochen war es neben den massiven Konjunkturprogrammen vor allem die Hoffnung auf die Rückkehr in die Normalität, welche die Aktienkurse in die Höhe trieb”, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Bei einer neuen Infektionswelle würde sich die Erwartung einer V-förmigen Erholung der Wirtschaft zerschlagen.

Auf der Stimmung der Anleger lasteten außerdem die wieder wachsenden Spannungen zwischen den USA und China. Ein führender Senator der US-Republikaner schlug ein Gesetz vor, das Präsident Donald Trump ermächtigt, Sanktionen gegen China zu verhängen, falls die Volksrepublik nicht hinreichende Auskünfte zum Ausbruch des Coronavirus liefere. Trump hatte China wegen der Pandemie schwere Vorwürfe gemacht und neue Strafzölle angedroht. Die Regierung in Peking denkt über Nachverhandlungen zum Handelsabkommen mit den USA nach.

ANLEIHEN UND GOLD GEFRAGT - DOLLAR ZIEHT NACH POWELL-REDE AN

Einige Anleger flüchteten in “sichere Häfen” wie Bundesanleihen. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf bis zu minus 0,547 von minus 0,507 Prozent. Die “Antikrisen-Währung” Gold verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 1714,51 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Am Devisenmarkt machte der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, seine anfänglichen Verluste wett und stieg auf 100,061 Punkte, nachdem Powell negativen US-Leitzinsen eine Absage erteilt hatte. “Das ist nichts, was wir uns anschauen.” Über dieses Thema war in den vergangenen Tagen verstärkt diskutiert worden. Die Spekulation der Anleger hierauf sei voreilig gewesen, sagte Andrew Richman, Chef-Anlagestratege für Anleihen beim Anlageberater Truist. Die Fed vertraue auf bewährte Konjunkturhilfen wie Wertpapierkäufe und werde diese sicher ausweiten.

ÖLPREIS DREHT NACH LAGERDATEN KURZ INS PLUS

Am Rohölmarkt verflog die Erleichterung über den ersten Rückgang der US-Lagerbestände seit Januar schnell wieder. Die Sorte Brent aus der Nordsee konnte ihre zwischenzeitlichen Gewinne nicht halten und verbilligte sich bis zum Abend um 1,2 Prozent asuf 29,62 Dollar je Barrel (159 Liter).

Die Opec rechnet wegen der Virus-Krise mit einem Rückgang der Ölnachfrage 2020 um gut neun Millionen Barrel pro Tag. Im vergangenen Monat hatte sich noch ein Minus von knapp sieben Millionen Barrel vorhergesagt.

Am deutschen Aktienmarkt gehörten die Titel der Commerzbank mit einem Minus von gut sieben Prozent zu den Verlierern. Die Virus-Krise brockte dem Geldhaus einen überraschend hohen Verlust ein. Gleiches galt für die niederländische Bank ABN Amro. Ihre Papiere fielen zeitweise um knapp zehn Prozent auf ein Rekordtief von 6,03 Euro. In ihrem Sog verlor der europäische Banken-Index 3,5 Prozent.

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