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Marktnachrichten

Konjunktursorgen lassen Europas Börsen nicht los

Frankfurt (Reuters) - Die Konjunktursorgen lassen Europas Anleger nicht los.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, May 8, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Maue Wirtschaftsindikatoren aus Deutschland und der Euro-Zone brachten am Freitag anfängliche Kursgewinne an den Börsen zum Schmelzen. Der Dax verlor ein halbes Prozent auf 12.764 Punkte, der EuroStoxx50 gab ebenfalls nach. An den US-Börsen hellten hingegen besser als erwartet ausgefallene Daten die Stimmung auf. Sowohl die verarbeitende Industrie als auch der Dienstleistungssektor verzeichnete im August eine Wiederbelebung bei den Auftragseingängen.

In der Euro-Zone bremsen steigende Infektionszahlen, Reisewarnungen und die Sorge vor neuen Einschränkungen auf dem Weg aus der Corona-Rezession. Die Einkaufsmanagerindizes lagen für August zwar noch über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, aber unter den Werten vom Juli. “Insgesamt signalisieren die Daten, dass die starke Erholung zwischen Mai und Juni sich nun verlangsamt und eine V-förmige Erholung der Konjunktur damit unwahrscheinlicher wird”, fasste Stratege David Iusow vom Broker IG Trading zusammen. Es bestätige sich anscheinend, dass nun eine Phase schwächeren Wachstums einsetze, sagte Martin Moryson, Chefvolkswirt für Europa bei der Vermögensverwaltung DWS.

“Zugleich zeigen die Zahlen auch noch einmal, dass der EU-Rettungsfonds seine Berechtigung hat. Nicht zuletzt durch dessen Unterstützung erwarten wir, dass die Wirtschaft der Eurozone ihr Vorkrisenniveau bereits Mitte 2022 wieder erreichen wird.” Das lastete auch auf dem Euro, der zum Dollar 0,7 Prozent auf 1,1777 Dollar verlor. Für den Devisenmarkt sei das Tempo des Konjunkturaufschwungs zwar nicht irrelevant, sagte Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte bei der Commerzbank. Entscheidender sei aber das Ausmaß der noch zu erwartenden Erholung. “Wie viel bleibt als langfristiger Effekt des Corona-Einbruchs? Darum geht’s eigentlich.”

Am Rohstoffmarkt verbilligte sich Rohöl der Sorte Brent um mehr als zwei Prozent auf 43,90 Dollar. Belastet wurden die Preise von der Aussicht auf ein geringeres Wachstum. Die Bemühungen mehrerer Opec-Staaten, die Förderung zu drosseln, verhinderten noch größere Verluste.

Am Devisenmarkt rutschte die türkische Lira ab, nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Fund von Erdgasvorkommen im Schwarzen Meer meldete.[L8N2FN3T6] Der Dollar stieg um 0,8 Prozent auf 7,3489 Lira. Vor der offiziellen Bekanntgabe hatten mit der Situation vertraute Personen von einem großen Vorkommen berichtet, das Ankara helfen könnte, seine Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern. Die türkische Landeswährung hatte daraufhin zunächst zugelegt. Das Vorkommen sei nun aber nicht so groß ausgefallen wie zunächst vermutet, sagte Leuchtmann.

AUTOWERTE GEBEN NACH - REISEAKTIEN STABIL

Aktien der Touristikbranche stemmten sich gegen den negativen Gesamtmarkt. Der Branchenindex legte drei Prozent zu. Konjunkturabhängige Branchen mussten hingegen Federn lassen. Im Dax führten Daimler die Verliererliste mit einem Minus von zwei Prozent an.

Die Aktien des niederländischen Online-Bezahldienstes Adyen gaben 3,7 Prozent nach, nachdem mehrere Spitzenmanager sich von jeweils 15 Prozent an dem Unternehmen getrennt hatten. Die Aktien des Unternehmens sind seit dem Börsengang vor etwas mehr als zwei Jahren um mehr als 500 Prozent gestiegen.

In Frankfurt gingen Wirecard-Aktien an ihrem letzten Handelstag in der ersten Börsenliga rund ein Prozent höher aus dem Handel. Nach der Insolvenzanmeldung des Zahlungsdienstleisters änderte die Deutsche Börse ihre Regeln, um das Unternehmen schneller aus dem Dax ausschließen zu können. Nachfolger wird Delivery Hero.

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