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Marktnachrichten

Konjunkturdaten helfen Börsen - Starker Euro bremst

Frankfurt (Reuters) - Nach dem jüngsten Kursrücksetzer kehren Anleger in die europäischen Aktienwerte zurück.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, May 8, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Die anhaltende Stärke des Euro, der die Wettbewerbsfähigkeit von Waren heimischer Firmen auf den Weltmarkt schmälert, bremste den Anstieg aber. Dax und EuroStoxx50 lagen am Dienstagabend jeweils knapp im Plus bei 12.974 beziehungsweise 3274 Punkten. Gleiches galt für den US-Standardwerteindex Dow Jones.

Am Devisenmarkt knackte der Euro erstmals seit zweieinhalb Jahren die Marke von 1,20 und stieg um bis zu 0,6 Prozent auf 1,2011 Dollar. “Dabei profitiert er einerseits von leicht aufgehellten Konjunkturaussichten für Europa, andererseits von den Sorgen über die US-Konjunktur, die gestiegene Infektionszahlen verkraften muss”, sagte NordLB-Analyst Bernd Krampen. Sollte sich die Verabschiedung des europäischen Corona-Wiederaufbaufonds verzögern, müsse aber mit Kursrückschlägen gerechnet werden, warnte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt.

Die US-Valuta geriet nicht allein zum Euro in die Defensive. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, notierte mit 91,746 Punkten so niedrig wie zuletzt im Frühjahr 2018. Hier wirke die Ankündigung der US-Notenbank nach, die Nullzinspolitik auf unbestimmte Zeit fortzusetzen, sagte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus ActivTrades.

Unterstützung erhielten die europäischen Aktienmärkte von ermutigenden Konjunkturdaten. Die Bundesregierung beurteilt die Wirtschaftsaussichten für 2020 optimistischer. Die Stimmungsbarometer der Einkaufsmanager aus der Industrie der USA und Chinas signalisierten Wachstum für die beiden weltgrößten Volkswirtschaften.

METALLE UND ÖLPREIS IM AUFWIND

Gold gab der Strategieschwenk der Fed Rückenwind. Das Edelmetall verteuerte sich um 0,2 Prozent auf 1974,31 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Einige Investoren nutzten zudem die aktuelle Schwäche der Weltleitwährung zum Kauf von Industriemetallen. So kletterte der Preis für Kupfer um bis zu 2,4 Prozent auf 6830 Dollar je Tonne, den höchsten Stand seit gut zwei Jahren.

Parallel dazu verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um ein knappes Prozent auf 45,70 Dollar je Barrel (159 Liter). Sie profitiere auch von den starken chinesischen Konjunkturdaten, sagte Analyst Jeffrey Halley vom Brokerhaus Oanda.

APPLES IPHONE-PLÄNE BEFLÜGELN TECHNOLOGIEBRANCHE

Bei den Unternehmen standen Chipwerte im Rampenlicht. Einem Medienbericht zufolge will Apple in diesem Jahr 75 Millionen iPhones mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G absetzen. Dies verhalf den europäischen Zulieferern Dialog Semiconductor und AMS zu Kursgewinnen von je knapp vier Prozent. Andere Halbleiterwerte wie Infineon, STMicro oder ASML gewannen bis zu 2,5 Prozent. Der europäische Branchenindex legte 1,2 Prozent zu. Die Papiere des Mobilfunkchip-Spezialisten Broadcomrückten an der Wall Street gut vier Prozent vor und markierten ein Rekordhoch von 361,70 Dollar. Gleiches galt für Apple, die bis zu drei Prozent auf 132,92 Dollar zulegten.

Zoom stellte dies mit einem Rekord-Kurssprung von fast 50 Prozent auf ein Allzeithoch von 478 Dollar in den Schatten. Der Spezialist für Videokonferenzen vervielfachte Quartalsumsatz und -gewinn und schraubte seine Gesamtjahresziele nach oben. Die Zahlen seien aus einer anderen Welt, kommentierte Analyst Matt VanVliet vom Brokerhaus BTIG. Das Unternehmen lasse die Konkurrenz weit hinter sich. Er stufe die Papiere mit einem Kursziel von 500 Dollar auf “Buy” hoch.

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