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Marktnachrichten

Aktienanleger greifen trotz Impfstoff-Verzögerung wieder zu

Frankfurt (Reuters) - Nach den jüngsten Kursverlusten nutzen einige Anleger die Gelegenheit zum Wiedereinstieg in die Aktienmärkte.

A DAX logo is pictured at the trading floor of the stock exchange in Frankfurt, Germany December 29, 2017. REUTERS/Ralph Orlowski

Dax und EuroStoxx50 legten am Mittwoch jeweils etwa zwei Prozent auf 13.237 beziehungsweise 3331 Punkte zu. Der US-Standardwerteindex Dow Jones gewann ähnlich stark. Viele Investoren rätselten, ob der Ausverkauf damit beendet oder nur unterbrochen sei, sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades. Die Korrektur könne zwar noch etwas weitergehen, die Gefahr einer ausgewachsenen Baisse sei aber gering, sagte Sam Stovall, Chef-Anlagestratege des Research-Hauses CFRA. Die anhaltende Flut billigen Notenbank-Geldes verhindere größere Kursrückschläge.

Sorge bereitete Börsianern die Unterbrechung der Tests eines vielversprechenden Corona-Impfstoffs von AstraZeneca. Als Grund nannte der Pharmakonzern die Erkrankung eines Studienteilnehmers. Das drücke zwar auf die Stimmung, sagte Finanzmarkt-Experte Russ Mould vom Brokerhaus AJ Bell. “Aber das Astra-Mittel ist nur eines von weltweit mehreren, die derzeit getestet werden. Außerdem sind bei der Entwicklung neuer Medikamente solche Problemchen an der Tagesordnung.”

AstraZeneca-Aktien notierten in London nach anfänglichen Verlusten ein knappes halbes Prozent höher. Gleichzeitig gewannen an der Wall Street die Titel der Rivalen Moderna und Vaxart, die ebenfalls an Corona-Impfstoffen forschen, bis zu 5,4 Prozent.

QIAGEN IM AUFWIND - TIFFANY UNTER DRUCK

Am deutschen Aktienmarkt verteuerten sich die Papiere von Qiagen um 1,7 Prozent. Die Biotechfirma will spätestens im vierten Quartal 2020 einen tragbaren Corona-Schnelltest auf den Markt bringen, der binnen 15 Minuten ein Ergebnis liefern soll.

Tiffany musste an der US-Börse dagegen Kursverluste von bis zu elf Prozent hinnehmen. Der französische Luxusgüter-Hersteller LVMH will seine 16 Milliarden Dollar schwere Übernahmeofferte für den US-Juwelier zurückziehen. Die “Louis Vuitton”-Mutter begründete dies mit drohenden US-Zöllen auf Produkte aus Frankreich. Tiffany kündigte eine Klage an, um die Fusionspläne gerichtlich durchzusetzen. Für LVMH sei eine Absage kein Nachteil, obwohl Einspar-Effekte wegfielen, kommentierte DZ Bank-Analyst Michael Pohn. “Der Preis war unserer Meinung nach aus heutiger Sicht ohnehin zu hoch.” LVMH-Titel hielten sich in Paris knapp im Plus.

NAGELPROBE FÜR BREXIT-VERHANDLUNGEN

Ein weiterer Belastungsfaktor für die Stimmung war das umstrittene britische Binnenmarktgesetz, das den Brexit-Vertrag aushebeln soll. Im Text wird von den Verfassern die Unvereinbarkeit mit internationalem Recht eingeräumt. Mit ihrem Verhalten erschwere die britische Regierung die Verhandlungen mit der EU über die künftigen Beziehungen, warnte AvaTrade-Experte Aslam. Selbst bei einem Abkommen müsse mit wirtschaftlichen Belastungen gerechnet werden. “Ein EU-Austritt ohne Deal wäre jedoch schlicht ein Desaster.” Diplomaten zufolge will die EU die Gespräche aber nicht abbrechen. Daher machte das Pfund Sterling seine anfänglichen Verluste wett und verteuerte sich bis zum Abend auf 1,3015 Dollar.

Ähnlich wie der Aktienmarkt endete auch den Ausverkauf am Rohölmarkt vorerst. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 2,3 Prozent auf 40,68 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Aussichten blieben aber trüb, warnten die Analysten der Bank Morgan Stanley. “Die Erholung der Nachfrage steht auf wackligen Füßen. Lagerbestände und Reserve-Förderkapazitäten sind hoch.”

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