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Marktnachrichten

Börsen fallen - Erhoffte Fed-Geldspritzen bleiben aus

Frankfurt (Reuters) - Mit Enttäuschung reagieren Anleger auf die Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell zur Geldpolitik.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, May 8, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

“Auch wenn der Währungshüter grundsätzlich weitere Schützenhilfe anbietet, hätten sich Anleger konkretere Signale über das Ausmaß weitere expansiver Schritte gewünscht”, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Dax und EuroStoxx50 verloren am Donnerstag jeweils etwa ein halbes Prozent auf 13.208,12 und 3320,96 Punkte. An der Wall Street gab der US-Standardwerteindex Dow Jones 0,1 Prozent nach.

Die Fed will den Leitzins so lange nahe Null halten, bis die Inflation das Ziel von zwei Prozent für einige Zeit moderat übertreffen könnte und Vollbeschäftigung wieder erreicht sei. Den neuen Wirtschaftsprojektionen zufolge dürften die Zinsen bis mindestens 2023 unverändert bleiben. Eine Antwort auf die Frage, wie die US-Notenbank dies alles erreichen wolle, sei Powell aber schuldig geblieben, kritisierte Vincent Reinhart, Chef-Volkswirt des Vermögensverwalters Mellon. “Wie der Zauberer von Oz würde er es vorziehen, dass niemand versucht, hinter den Vorhang zu schauen, sondern alle darauf vertrauen, dass die Fed ihre Arbeit tun wird.”

DOLLAR WERTET NACH FED-ENTSCHEID AUF - PFUND FÄLLT

Am Devisenmarkt wertete der Dollar als Reaktion auf den Fed-Entscheid auf. Dies sei aber nicht gerechtfertigt, sagte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. Schließlich seien die genannten Bedingungen für eine Zinserhöhung zuletzt zwischen März und Oktober 2018 und davor im Jahr 2000 erfüllt worden. “Die Fed wird ihre Zinsen nicht nur lange unverändert lassen, sondern wahrscheinlich sogar noch ein bisschen länger als das.”

Am Donnerstagabend lag der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, mit 93,092 Punkten 0,3 Prozent über dem Niveau vor Bekanntgabe des Fed-Entscheids am Mittwochabend (MESZ). Dies setzte Gold zu, weil das Edelmetall dadurch für Investoren außerhalb der USA unattraktiver wird. Es verbilligte sich um ein knappes Prozent auf 1944,20 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Abwärts ging es auch für das Pfund Sterling. Es verbilligte sich auf 1,2952 Dollar und 1,0952 Euro. Die Bank von England (BoE) hält zwar an ihrer Geldpolitik fest, hat sich nach eigenen Angaben aber darüber informiert, wie ein negativer Zinssatz effektiv umgesetzt werden könnte. “Sollte es einen ‘No-Deal’-Brexit geben, sind Negativ-Zinsen und weitere Wertpapierkäufe praktisch ausgemacht”, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade.

GRENKE-AKTIE MIT REKORD-TAGESGEWINN

Am deutschen Aktienmarkt verbuchten die Titel von Grenke mit fast 34 Prozent den größten Tagesgewinn der Firmengeschichte. Gründer Wolfgang Grenke wies die Betrugsvorwürfe des Investors Fraser Perring gegen die Leasing-Gesellschaft zurück. Inzwischen beschäftigt sich neben der Finanzaufsicht auch die Staatsanwaltschaft mit dem Thema. Perrings Anschuldigungen hatten Grenke in den vergangenen Tagen einen Kurseinbruch von zeitweise fast 60 Prozent eingebrockt. Mit derzeit 35,66 Euro kosten die Papiere immer noch ein gutes Drittel weniger als vor Beginn der Affäre.

Gefragt waren auch die Aktien von BioNTech. Die in den USA notierten Titel der Mainzer Biotechfirma stiegen um knapp zwei Prozent. Das Unternehmen übernimmt vom Schweizer Pharmariesen Novartis eine Produktionsanlage im hessischen Marburg zur Herstellung seines potenziellen Corona-Impfstoffes. Wegen der dynamischen Entwicklung der Pandemie und zahlreicher in der Entwicklung befindlicher Konkurrenz-Produkte lasse sich der kommerzielle Erfolg des BioNTech-Mittels noch immer nur schwer abschätzen, schrieb Analyst Robert Burns von der Investmentbank H.C. Wainwright.

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