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Marktnachrichten

Europas Börsen bleiben im Klammergriff der Corona-Krise

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, May 8, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Die steigenden Corona-Infektionszahlen in vielen europäischen Ländern haben die Stimmung an Europas Börsen gedämpft.

Die Furcht vor strengeren Alltagseinschränkungen setzte am Freitag Aktien aus dem Tourismus-Sektor unter Druck und nährte die Konjunktursorgen. “Wenn die Fallzahlen so steigen, dass die Lockdowns so weit verschärft werden müssen, dass sie die wirtschaftliche Erholung zum Entgleisen bringen, dann wird es zu einem Risikofaktor”, sagte Anlageexperte Mobeen Tahir vom Investmenthaus Wisdom Tree.

Der Dax verlor 0,7 Prozent auf 13.116 Punkte, der EuroStoxx50 fiel um rund ein Prozent. Vereinzelt hatten Kurse heftiger als üblich geschwankt. Am Hexensabbat verfallen an den Terminbörsen Futures und Optionen auf Indizes sowie Optionen auf einzelne Aktien. Investoren versuchen dann oftmals die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung zu bewegen.

Die geringere Risikofreude der Anleger kam dem in Krisenzeiten begehrten Gold zugute. Eine Feinunze des Edelmetalls verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 1952 Dollar. Silber kostete mit 26,97 Dollar 0,7 Prozent weniger. Die Experten der LBBW verwiesen auf die rückläufige Nachfrage von Industrie und Schmuckbranche, die zusammen für etwa 70 Prozent der Gesamtnachfrage stünden.

RYANAIR DÜNNT FLUGPLAN AUS - COVESTRO IM AUFWIND

Am Aktienmarkt kam es vor allem bei Finanzwerten zu Kursverlusten. Der europäische Branchenidex fiel um 2,6 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Ende Mai. Bei den Fluggesellschaften sackten Ryanair um 4,4 Prozent ab. Das Flugangebot des Billigfliegers dürfte angesichts der Krise im nächsten Monat auf 40 Prozent des Niveaus vor einem Jahr schrumpfen.

Für Gesprächsstoff auf dem Börsenparkett sorgte ein Bericht, wonach der Finanzinvestor Apollo Interesse an dem Kunststoffhersteller Covestro hat. Apollo sei an das Dax-Unternehmen in den vergangenen Wochen herangetreten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Ein Covestro-Sprecher dämpfte die Spekulationen: “Ich kann bestätigen, dass wir uns nicht in Übernahmediskussionen mit Apollo befinden.” Ein Händler hielt das Interesse des Investors aber für plausibel: “Apollo hat viel Erfahrung in der Kunststoff-Industrie”, sagte einer von ihnen. Da Apollo mit der milliardenschweren Übernahme der britischen Chemiefirma RPC Group gescheitert sei, erscheine die Geschichte glaubhaft. Die Covestro-Aktien legten fünf Prozent zu.

Im MDax blieb es bei Grenke spannend. Die Leasingfirma setzt sich gegen die Vorwürfe des britischen Investors Fraser Perring zur Wehr und will ein Sondergutachten anfertigen lassen. Die Aktien schwankten hin und her und lagen zuletzt 6,6 Prozent im Minus. Perring wirft Grenke unter anderem Betrug, Bilanzfälschung und Geldwäsche vor.

Mit einem Aufschlag von 4,3 Prozent wurden die Aktien der Euronext gehandelt. Die Londoner Börse verhandelt exklusiv mit dem französischen Börsenbetreiber über die Mailänder Börse. “Durch die Zusammenlegung von Borsa Italiana und Euronext entstünde ein führender Akteur auf den kontinentaleuropäischen Kapitalmärkten”, erklärte die Euronext, die in mehreren Städten Europas wie Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon präsent ist. Das Nachsehen hätte dann die Deutsche Börse, die ebenfalls ihren Hut in den Ring geworfen hatte.

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