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Marktnachrichten

Aussicht auf Erholung von Trump lässt Anleger zugreifen

Frankfurt (Reuters) - Anzeichen für eine rasche Genesung von US-Präsident Donald Trump stimmen Europas Börsianer zum Wochenauftakt zuversichtlich.

FILE PHOTO: Bull and bear, symbols for successful and bad trading are seen in front of the German stock exchange (Deutsche Boerse), as markets react on the coronavirus disease (COVID-19) in Frankfurt, Germany, March 25, 2020. REUTERS/Ralph Orlowski

Dax und EuroStoxx50 stiegen am Montag jeweils rund ein Prozent auf 12.828 Punkte beziehungsweise 3222 Zähler. Auch an der Wall Street griffen die Anleger nach den Kursverlusten zum Wochenschluss wieder kräftig zu. “Für die Börse hat die Nachricht um die Erkrankung des US-Präsidenten zumindest auch eine gute Seite. Schließlich könnte sich die Wahrscheinlichkeit für eine baldige Absegnung der Konjunkturstützen erhöht haben”, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets.

Der mit dem Coronavirus infizierte US-Präsident könnte noch am Montag ins Weiße Haus zurückkehren, wie der Sender Fox News unter Berufung auf Trumps Stabschef berichtete. Trumps Ärzte wollten im Tagesverlauf eine Entscheidung dazu treffen. Der US-Präsident war am Freitag zur Behandlung der durch das Virus ausgelösten Erkrankung Covid-19 in ein Krankenhaus gebracht worden. Trumps Erkrankung vier Wochen vor der Präsidentenwahl hatte zum Wochenschluss für Unruhe an den Börsen gesorgt.

UNKLARHEITEN BLEIBEN

Trotz der positiven Signale blieb bei Investoren ein Rest Unsicherheit. “Es bleiben viele Fragen offen, einschließlich der Anwendung des Steroid-Medikaments ... das normalerweise nur schwerkranken Menschen vorbehalten ist”, sagte Chris Bailey, Stratege beim Finanzdienstleister Raymond James. Mehrere Händler hatten sich besorgt darüber gezeigt, dass Trump nach Angaben von Ärzten zusätzlich Sauerstoff und Steroide erhalten hatte.

Für kräftigen Rückenwind sorgte indes die Aussicht auf weitere Konjunkturhilfen in den USA. Die Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hatte zuletzt von Fortschritten bei den Gesprächen gesprochen. Zudem habe Trump am Wochenende beide Seiten aufgefordert, zu einer Einigung zu kommen, sagte David Madden, Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. “Da Donald Trump in den Meinungsumfragen nicht sehr gut abschneidet, scheint es, dass er Druck auf seine eigene Seite ausübt, um eine Einigung zu erzielen und damit potenzielle Wähler für sich zu gewinnen.”

Die Corona-Erkrankung Trumps dominierte auch den Devisenmarkt. Der Dollar gab zu einem Währungskorb 0,4 Prozent nach. Der Euro stieg im Gegenzug auf 1,1783 Dollar. Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte bei der Commerzbank sagte mit Blick auf die Behandlung Trumps im Krankenhaus und die Folgen für den Wahlkampf: “Man weiß nicht, ob das größte Risiko der US-Wahl - ein langer politischer und juristischer Kampf um den Wahlausgang - damit geringer oder größer geworden ist.”

BÖRSE LEGT VORSCHLÄGE ZU DAX-REFORM VOR

Für Gesprächsstoff sorgte zudem die Deutsche Börse, die als Reaktion auf den Wirecard-Skandal ihre Vorschläge zu neuen Regeln für den Dax vorlegte. Dabei geht es unter anderem um eine Vergrößerung des Dax auf 40 Mitglieder, auch sollen nur noch nachweislich profitable Firmen in die erste Liga aufsteigen. Die Bedeutung des Börsenumsatzes als Kriterium für eine Index-Mitgliedschaft solle zudem sinken. “Im Grunde genommen geht es in die richtige Richtung”, sagte Uwe Streich, Indexexperte bei der LBBW. “Hohe Börsenumsätze sind nicht wirklich ein Qualitätskriterium.”

Bei den Einzelwerten stach der Düngemittelhersteller K&S mit einem Kursplus von in der Spitze einem Fünftel heraus. Das Unternehmen ist beim Verkauf des Salzgeschäfts in Nordamerika auf der Zielgeraden, der Kaufpreis soll 3,2 Milliarden Dollar betragen. Die Aktie der Leasingfirma Grenke sprang 17 Prozent nach oben. Die unter Beschuss des Leerverkäufers Fraser Perring stehende Firma teilte mit, die Wirtschaftsprüfer von KPMG hätten für mehr als 98 Prozent der Guthaben Bestätigungen der Banken erhalten.

Dagegen brachen in London die Aktien des Kinobetreibers Cineworld um mehr als ein Drittel ein. Der weltweit zweitgrößte Kinobetreiber schließt wegen der Corona-Pandemie vorübergehend alle seine Häuser in Großbritannien und den USA, das kostet etwa 45.000 Mitarbeiter den Job. Unklar ist, wann Cineworld die Kinos wieder öffnet.

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