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Marktnachrichten

Hoffnung auf US-Konjunkturhilfen hält Dax über 13.000er Marke

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, May 8, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Europas Anleger haben am Donnerstag auf weitere Milliardenhilfen für die US-Wirtschaft gesetzt.

Der Dax gewann 0,9 Prozent auf 13.042 Punkte, der EuroStoxx50 legte 0,7 Prozent zu. An der Wall Street verunsicherten hingegen unterschiedliche Signale aus Washington zu möglichen zusätzlichen Hilfen für die angeschlagenen Fluggesellschaften die Investoren. Der Dow-Jones-Index lag zum Handelsende in Europa deswegen sogar leicht im Minus. “Es ist interessant festzustellen, dass sich die meisten Händler in Europa allein auf die jüngsten Entwicklungen in den USA konzentrieren, obwohl die Europäische Union bereits ein noch nie dagewesenes Hilfspaket auf den Weg gebracht hat und obwohl auf dem Kontinent Rekordzahlen bei den Corona-Neuinfektionen gemeldet werden”, sagte Pierre Veyret, Analyst beim Brokerhaus Activ Trades. In Deutschland wurden mehr als 4000 neue positive Corona-Tests gemeldet, das sind so viele wie seit April nicht mehr.

Unterdessen ging das Hin und Her um das neue Milliardenpaket für die US-Wirtschaft weiter. Präsident Donald Trump sagte in einem Telefon-Interview mit dem Sender Fox Business Networks, dass die Chancen für eine Einigung über Corona-Konjunkturhilfen wirklich gut stünden und dass die Gespräche begönnen, produktiv zu werden. Tage zuvor hatte die von ihm verkündete Verschiebung der Gespräche auf die Zeit nach den Wahlen für Verstimmung an den Börsen gesorgt. Den von Trump aufgezeigten Plan für mögliche getrennte Staatshilfen für Fluggesellschaften lehnten die Demokraten allerdings ab. “Die Stimulusgespräche laufen in der einen Minute, in der nächsten sind sie beendet”, sagte Marktanalyst Fawad Razaqzada vom Broker ThinkMarkets. Die Anleger fragten sich, wie das weitergehe und ob die positiven Töne von Trump ausreichten, um die Börsen zu stützen. “Ich bin nicht allzu überzeugt, dass die Rally diesmal halten wird. Neben den Unsicherheiten im Zusammenhang mit Brexit und den Wahlen in den USA haben wir das wiederauflebende Coronavirus, das weitere Einschränkungen verursacht und ein großes Risiko für die wirtschaftliche Erholung darstellt.”

Knapp vier Wochen vor der Präsidentenwahl zeichnet sich zudem am US-Arbeitsmarkt keine starke Belebung nach der Corona-Rezession ab. Insgesamt stellten vorige Woche 840.000 Amerikaner einen Erstantrag auf staatliche Arbeitslosenhilfe und damit 9000 weniger als zuletzt. Für Trump sind das schlechte Nachrichten. In der Corona-Krise gingen mehr als 22 Millionen Jobs verloren, von denen bislang nur gut die Hälfte zurückgewonnen wurden.

SÜDZUCKER UNTER DRUCK

Die Furcht vor weiteren Angebotsausfällen trieb den Ölpreis in die Höhe. Ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit 42,88 Dollar rund zwei Prozent mehr. Dabei spielten die Streiks in der norwegischen Ölbranche eine wichtige Rolle, sagte Carsten Fritsch, Rohstoffexperte bei der Commerzbank. Hinzu komme der Wirbelsturm Delta im Golf von Mexiko, der am Donnerstag in Louisiana auf Land treffen könnte.

Am deutschen Aktienmarkt brachen Südzucker 11,7 Prozent ein und damit so stark wie seit Mitte März nicht mehr. Europas größter Zuckerproduzent steigerte seinen Gewinn im zweiten Quartal zwar und bestätigte seinen Ausblick auf das Gesamtjahr. Für die Zuckersparte sind die Aussichten aber nicht so rosig. Die Experten des Bankhauses Lampe verwiesen darauf, dass die Sparte immer noch keine Gewinne erwirtschafte. Dabei spielten geringere Zuckermengen bei höheren Fixkosten eine Rolle.

Europaweit waren Aktien aus der Reisebranche besonders gefragt. Der Branchenindex gewann rund 1,1 Prozent. In Frankfurt stiegen Deutsche Lufthansa um 6,2 Prozent.

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