May 25, 2018 / 5:39 AM / 3 months ago

Regierungskrisen in Italien und Spanien belasten Börsen

Frankfurt (Reuters) - Die politischen Krisen in Italien und Spanien haben Europas Anleger zum Wochenschluss umgetrieben.

General view of the stock exchange in Frankfurt, Germany, March 23, 2018. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Die Börsen in Mailand und Madrid gingen auf Talfahrt, während an den meisten anderen Handelsplätzen Schnäppchenjäger die Kurse stützten. Der Dax kletterte um 0,8 Prozent auf 12.955 Punkte, der EuroStoxx50 lag mit 3523 Zählern auf Vortagesniveau.

Der spanische Leitindex Ibex ging 2,2 Prozent in die Knie, weil Ministerpräsident Mariano Rajoy und seine konservative Partei wegen eines Skandals um schwarze Kassen zunehmend unter Druck gerieten. Die spanische Partei Ciudadanos und die Sozialisten fordern Neuwahlen und drohten ansonsten mit einem Misstrauensantrag gegen Rajoy. Dieser erteilte Neuwahlen auf einer eilends einberufenen Pressekonferenz erneut eine Absage.

Spanische Anleihen flogen aus den Depots: die Rendite der zehnjährigen Papiere zog im Gegenzug um zehn Basispunkte auf 1,49 Prozent an. Noch dominiere aber das Thema Italien an den Finanzmärkten, betonte Stratege Lee Hardman vom Investmenthaus MUFG. “Die Nachrichten aus Spanien schlagen zwar grundsätzlich in die gleiche Kerbe, aber wir sind weit davon entfernt, dass sich das auf die Wirtschaftsdaten niederschlagen wird.”

ITALIEN-KRISE BLEIBT VIRULENT

Aus Furcht vor einem Konfrontationskurs der neuen italienischen Regierung mit der Europäischen Union warfen die Anleger erneut Aktien und Anleihen aus ihren Depots. Die Rendite der zehnjährigen Staatstitel erklomm ein 14-Monats-Hoch. “Ich erwarte eine noch stärkere Belastung am Anleihemarkt, wenn die Regierung in Rom mit ihrer Arbeit beginnt”, sagte DZ-Bank-Analyst Sebastian Fellechner.

Der Mailänder Leitindex lag knapp ein Prozent Minus. Aktien von italienischen und spanischen Banken fielen um bis zu fünf Prozent, der europäische Bankenindex verlor 2,4 Prozent auf ein 13-Monats-Tief von 118,89 Punkten. Umstritten ist vor allem der Euroskeptiker Paolo Savona, der Wirtschaftsminister werden könnte. Der Euro gab 0,5 Prozent auf ein Sechseinhalb-Monats-Tief von 1,1665 Dollar ab.

Das sorgte am exportorientierten deutschen Aktienmarkt für Unterstützung, ebenso wie ein überraschend stabiler Ifo-Geschäftsklima-Index. Dieser verharrte im Mai bei 102,2 Punkten, wie die Münchner Forscher zu ihrer Umfrage unter rund 9000 Managern mitteilten. “Angesichts der diffusen Gemengelage aus Handelskonflikt, von den USA einseitig aufgekündigtem Iran-Atomdeal und der politischen Situation in Italien ist das eine gute Nachricht”, sagte Ökonom Jörg Zeuner von der KfW.

ROCKET INTERNET IM ABSEITS

Für Aufmerksamkeit in den Handelssälen sorgte der Chemie- und Pharmariese Bayer, der sich in Bonn Fragen seiner Aktionäre zur geplanten Übernahme von Monsanto stellte. Nach der Übernahme des US-Saatgutkonzerns erwartet Bayer niedrigere Spareffekte durch Synergien. Die Aktien waren mit plus 1,5 Prozent dennoch unter den Dax-Favoriten.

Im MDax trugen Rocket Internet zeitweise die rote Laterne mit einem Kursverlust von 3,5 Prozent. Händler führten das auf schlechter als erwartet ausgefallene Quartalszahlen der zur Startup-Schmiede gehörenden Global Fashion Group zurück. Da Rocket selbst in der kommenden Woche seine Bilanz vorlege, hätten einige Anleger kalte Füße bekommen, sagte ein Händler.

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