June 6, 2018 / 6:35 AM / in 5 months

Handelsstreit hält Europas Börsen in Schach

Frankfurt (Reuters) - Der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und der EU hält Europas Aktienmärkte weiter in Atem.

Traders work at Frankfurt's stock exchange in Frankfurt, Germany, April 6, 2018. REUTERS/Ralph Orlowski

Auch am Mittwoch wagten sich die Anleger nur vereinzelt aus der Deckung. Der Dax ging bei 12.830 Zählern mit einem kleinen Plus von 0,3 Prozent aus dem Handel, auch der EuroStoxx50 legte nur minimal zu. An der Wall Street notierte der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss 0,8 Prozent höher. Der Nasdaq-Composite kam kaum vom Fleck, nachdem er zuvor eine neue Bestmarke erreicht hatte.

Viele Investoren führen auf Sicht statt sich langfristig zu positionieren, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. “In diesem Umfeld kann die Stimmung immer schnell auf die eine oder andere Seite kippen.” So schwankten auch Dax & Co. bei relativ geringen Umsätzen stark hin und her.

In Reaktion auf US-Zölle für Stahl und Aluminium will die EU ab Juli ihrerseits Zölle auf ausgesuchte US-Importe - von Orangensaft bis hin zu Bourbon-Whiskey - verhängen. Der Handelsstreit dürfte auch Thema des Gipfeltreffens der sieben führenden westlichen Industrienationen (G7) ab Freitag in Kanada sein.

Die Aussicht auf ein mögliches baldiges Ende der Geldflut durch die EZB dämpfte zusätzlich die Lust auf Aktien, trieb aber den Euro und die Renditen der Staatsanleihen aus der Euro-Zone nach oben. Die Gemeinschaftswährung kletterte auf 1,1795 Dollar von 1,1717 Dollar am Dienstagabend. Die Verzinsung der marktführenden deutschen zehnjährigen Bundesanleihe ging wieder in Richtung 0,5 Prozent. Auslöser waren Äußerungen von EZB-Vertretern, die Spekulationen schürten, die Notenbank könnte schon in der nächsten Woche ein Ende ihrer Bond-Käufe einläuten. Die Notenbank pumpt seit rund drei Jahren über den Kauf der Wertpapiere viel Geld ins Finanzsystem, was die Rally an den Aktienmärkten mit befeuert hat.

SIXT UNTER DRUCK - FIRMENGRÜNDER VERKAUFT AKTIENPAKET

Wieder auf Erholungskurs waren Papiere der Deutschen Bank mit einem Plus von 1,5 Prozent. Allerdings warnten Börsianer, dass die Aktien weiter angeschlagen blieben. Noch in diesem Monat wird die US-Notenbank (Fed) das Ergebnis eines Stresstests für das US-Geschäft des größten deutschen Geldhauses veröffentlichen. Bank-Chef Christian Sewing erklärte, die Töchter des Instituts in den USA erfreuten sich alle bester Gesundheit.

Erholt mit einem Plus von 4,5 Prozent waren auch Commerzbank, die am Dienstag um fast drei Prozent gefallen waren. Auch die italienischen Banken holten leicht auf.

Die im SDax gelisteten Aktien von Sixt brachen um über sieben Prozent ein. Händler verwiesen auf den Verkauf von Aktien durch den Firmengründer Erich Sixt zu einem starken Abschlag.

In New York waren die Papiere von Tesla mit einem Plus von über sechs Prozent auf der Überholspur unterwegs. Firmenchef Elon Musk erhielt auf der Hauptversammlung des E-Auto-Pioniers Rückendeckung und bekräftigte das Produktionsziel für das neue “Model 3”. Facebook verloren dagegen zeitweise rund zwei Prozent. Der Konzern bestätigte, dass er Nutzerdaten mit chinesischen Firmen geteilt hat.

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