August 21, 2018 / 5:57 AM / 3 months ago

Trump-Attacke auf Fed belastet Dollar - Aktien steigen

The Frankfurt skyline with its financial district is photographed on early evening in Frankfurt, Germany, March 25, 2018. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Mit seiner offenen Kritik an der Geldpolitik der heimischen Notenbank (Fed) hat US-Präsident Donald Trump am Dienstag Devisenanleger nervös gemacht.

Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel um bis zu 0,5 Prozent. “Offenbar ist der Markt besorgt, dass der Präsident Einfluss auf die Fed-Politik nimmt”, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. “Dabei geht es natürlich nicht nur um Entscheidungen, sondern um das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Fed.”

Die Aktienindizes Dax und EuroStoxx50 legten jeweils etwa ein halbes Prozent auf 12.384,49 beziehungsweise 3413,18 Punkte zu. An der Wall Street gewann der Dow Jones 0,3 Prozent. Hier setzten Investoren auf eine Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China.

Trump beklagte sich in einem Reuters-Interview gegen alle Gepflogenheiten über den von ihm selbst ernannten Fed-Chef Jerome Powell. “Ich bin nicht davon begeistert, dass er die Zinsen erhöht”, sagte der Präsident. Börsianer sahen die Aussagen kritisch. “Jemand sollte Präsident Trump sagen, dass Zinserhöhungen ein Vertrauensbeweis für die US-Wirtschaft sind”, sagte CMC-Experte Hewson. Trumps Attacke könnte sogar nach hinten losgehen, warnten die Experten der Rabobank. “Die Notenbanker um Powell könnten eher geneigt sein, die Zinsen anzuheben, um ihre Unabhängigkeit zu verteidigen.”

Am Aktienmarkt richteten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die geplanten Gespräche zwischen den USA und China zur Beilegung des Zollstreits. “Auf dem Börsenparkett rechnet man mit einer Entschärfung des Konflikts”, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. “Trump könnte ein Interesse daran haben, noch vor den Zwischenwahlen im November einen Kompromiss zu finden.” In dem Reuters-Interview äußerte der US-Präsident aber die Erwartung, dass es nicht zu einer schnellen Einigung kommt.

MEDIGENE DANK KOOPERATION MIT KURSSPRUNG

Bei den deutschen Einzelwerten sorgte der gut zehnprozentige Kurssprung von Medigene für Aufsehen. Analyst Bruno Bulic von der Baader Helvea Bank begrüßte die Zusammenarbeit der Biotechfirma mit dem US-Konkurrenten Structured Immunity. Die beiden ergänzten sich gut bei der Entwicklung von Krebsimmuntherapien.

In London fielen Titel von BHP Billiton trotz eines Gewinnsprungs und einer Rekorddividende um zwei Prozent. Den Experten der Investmentbank BMO zufolge blieb der Überschuss leicht hinter den Erwartungen zurück. Außerdem drohten steigende Kosten. Ihre Kollegen von Goldman Sachs kritisierten, die Dividende hätte angesichts der relativ geringen Verschuldung höher ausfallen können.

Die Papiere von Coty rutschten an der Wall Street sogar um mehr als elf Prozent ab und steuerten auf den größten Tagesverlust der Firmengeschichte zu. Wegen eines Streiks brasilianischer Lkw-Fahrer verpasste der zum Reich der deutschen Milliardärsfamilie Reimann gehörende Kosmetikkonzern beim Quartalsumsatz die Markterwartungen.

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