August 29, 2018 / 6:13 AM / 23 days ago

Abebbende Freude über USA/Mexiko-Deal bremst Börsen aus

Frankfurt (Reuters) - Die Erleichterung der Anleger wegen des vorläufigen Handelsabkommens zwischen den USA und Mexiko hat nicht lange gehalten.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the German share price index DAX board at the Frankfurt stock exchange, January 15, 2015. Global markets were thrown into turmoil on Thursday as a shock move by Switzerland to abandon its three-year cap on the franc sent the currency soaring and Europe's shares and bond yields tumbling. REUTERS/Kai Pfaffenbach (GERMANY - Tags: BUSINESS TPX IMAGES OF THE DAY)

“Bei diesem Deal ging es vor allem darum, vor den Zwischenwahlen in den USA Fortschritte zu erzielen”, sagte Analyst Lee Hardman von der Bank Mitsubishi UFJ. “Der eigentliche Kampf ist aber noch nicht ausgefochten und Anleger werden ihre Aufmerksamkeit bald auf den besorgniserregenderen Konflikt mit China richten.”

Daher scheuten sie am Mittwoch größere Käufe. Dank der anhaltenden Rekordjagd an der Wall Street lagen Dax und EuroStoxx50 am Abend aber jeweils 0,3 Prozent im Plus bei 12.561,68 und 3456,13 Punkten. An der Wall Street markierten der Technologie-Index Nasdaq und der breit gefasste S&P 500 mit 8101,44 und 2915,03 Zählern jeweils den vierten Tag in Folge eine neue Bestmarke. Der Euro stagnierte dagegen bei 1,1698 Dollar.

Die USA und Mexiko haben sich auf einen Nachfolger für das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta geeinigt. Es ist allerdings unklar, ob Kanada dem neuen Vertrag beitritt. Ohne Zustimmung des dritten Nafta-Mitglieds wird das Abkommen Experten zufolge kaum durch den US-Kongress kommen. Vor 2019 sei ohnehin nicht mit einer endgültigen Entscheidung zu rechnen, prognostizierten die Analysten der Investmentbank Goldman Sachs. Unabhängig davon sollen kommende Woche US-Strafzölle auf chinesische Waren im Volumen von 200 Milliarden Dollar in Kraft treten.

Kopfschmerzen bereiteten Börsianern zudem die stockenden Verhandlungen über das künftige Verhältnis von Großbritannien mit der EU. Deren Chef-Unterhändler Michel Barnier betonte allerdings, die Staatengemeinschaft werde dem Vereinigten Königreich eine Partnerschaft anbieten, die bislang kein anderer Drittstaat erhalten hat. Das Pfund Sterling legte daraufhin deutlich zu und verteuerte sich auf 1,3008 Dollar und 1,1117 Euro.

Die türkische Währung setzte dagegen ihre Talfahrt fort. Im Gegenzug verteuerte sich der Dollar um 2,8 Prozent auf 6,4242 Lira. “Äußerungen von Finanzminister und Präsidenten-Schwiegersohn Berat Albayrak, dass er keine großen Risiken für die türkische Wirtschaft und das Finanzsystem sehe, geben Marktteilnehmern wenig Hoffnung, dass notwendige Reformen zeitnah angegangen werden”, sagte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt.

Am Rentenmarkt sorgte ein Zeitungsbericht für Aufsehen, dem zufolge die Regierung in Rom bei der Europäischen Zentralbank für eine Fortsetzung der Anleihenkäufe werben will. Die rechtlichen Hürden hierfür wären aber extrem hoch, betonte Richard Maguire, Chef-Anlagestratege für Anleihen bei der Rabobank. Laut Vize-Regierungschef Luigi Di Maio hat Italien nicht bei der EZB wegen möglicher Unterstützung angeklopft. Investoren griffen bei italienischen Staatspapieren zu und drückten die Rendite der zehnjährigen Titel auf 3,196 von 3,184 Prozent.

AUSBLICK BESCHERT TELE COLUMBUS REKORD-KURSPLUS

Bei den deutschen Aktienwerten rückte ein Rekord-Tagesgewinn Tele Columbus ins Rampenlicht. Trotz einer Prognose-Senkung stiegen die Papiere des Kabelnetz-Betreibers um gut 27 Prozent auf 3,49 Euro. Anleger seien erleichtert, dass es nicht so schlimm gekommen sei wie befürchtet, schrieb Analyst Wolfgang Specht vom Bankhaus Lampe in einem Kommentar.

An der Wall Street brachen die Papiere von American Eagle Outfitters dagegen trotz eines verdreifachten Quartalsgewinns um mehr als 13 Prozent ein. Das ist der größte Kursrutsch seit fast eineinhalb Jahren. Die Modefirma stellte für das laufende Vierteiljahr einen Gewinn von 0,45 bis 0,47 Dollar je Aktie in Aussicht. Analysten hatten bislang mit 0,49 Dollar je Aktie gerechnet.

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