September 3, 2018 / 6:02 AM / 2 months ago

Trump hält mit Tweet zu Kanada Anleger in Schach

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the German share price index DAX board at the Frankfurt stock exchange, January 15, 2015. Global markets were thrown into turmoil on Thursday as a shock move by Switzerland to abandon its three-year cap on the franc sent the currency soaring and Europe's shares and bond yields tumbling. REUTERS/Kai Pfaffenbach (GERMANY - Tags: BUSINESS TPX IMAGES OF THE DAY)

Frankfurt (Reuters) - Die Unsicherheit über die künftigen globalen Handelsbeziehungen hat auch zu Beginn des neuen Monats an den europäischen Aktienbörsen für Zurückhaltung gesorgt.

Der Dax kam am Montag kaum vom Fleck und schloss bei 12.346 Punkten 0,1 Prozent niedriger. Der EuroStoxx50 trat ebenfalls auf der Stelle. Es fehle an neuen Impulsen, sagten Händler. Viele Anleger hielten sich bedeckt, auch weil in New York die Wall Street wegen eines Feiertags (Labor Day) geschlossen blieb.

“Jetzt beginnt für den deutschen Aktienmarkt die jahreszeitlich schwächste Phase des Jahres”, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Die drohende Zuspitzung der Handelskonflikte zwischen den USA und anderen großen Wirtschaftsmächten hatte bereits am Freitag die Wall Street gebremst.

US-Präsident Donald Trump drohte am Wochenende via Twitter, das geplante Handelsabkommen mit Kanada platzen zu lassen. “Es ist recht schwierig, Hoffnungen auf die Verhandlungen mit China zu setzen, wenn die Gespräche mit Kanada, die als problemlos galten, nicht gut laufen”, sagte Yukio Ishizuki, Anlagestratege des Brokers Daiwa. Trump will im Laufe der Woche zusätzliche Strafzölle auf chinesische Importe im Volumen von 200 Milliarden Dollar verhängen. Börsianer rechnen mit entsprechenden Gegenmaßnahmen der Volksrepublik.

Die Sorge um die Schwellenländer ließ die Anleger ebenfalls nicht los. Zeitweise geriet die türkische Lira nach Inflationsdaten erneut unter Druck. Die Teuerung erreichte im August mit 17,9 Prozent den höchsten Stand seit Ende 2003. Die Ankündigung von Gegenmaßnahmen durch die türkische Zentralbank verschaffte der Lira nur kurz Luft nach oben. Der Dollar, der zwischenzeitlich um über drei Prozent auf 6,7304 Lira kletterte, notierte am Abend noch 1,8 Prozent höher.

Viele Anleger warfen auch das Pfund Sterling aus ihren Depots. Die britische Währung wertete angesichts schwacher Konjunkturdaten und der Furcht vor einem ungeordneten Brexit zu Dollar und Euro zeitweise um 0,8 Prozent ab.

AUTOBAUER UNTER DRUCK - FURCHT VOR US-STRAFZÖLLEN

Auch für die EU sei der Handelsstreit mit den USA trotz des Deals zwischen Trump und Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vom Juli noch nicht vom Tisch, warnte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus AxiTrader. “Strafzölle auf europäische Autos sind noch immer möglich.” Der europäische Branchenindex für Fahrzeug-Hersteller und Zulieferer büßte 1,3 Prozent ein. Im Dax waren Volkswagen mit einem Abschlag von 2,1 Prozent das Schlusslicht. Die Papiere litten Börsianern zufolge zusätzlich unter einem Bericht der “Bild am Sonntag”, demzufolge der Wolfsburger Konzern auch bei einigen Modellen mit Benzinmotor die Abgastests manipuliert hat. “Das ist nicht neu, aber wo Rauch ist, ist auch Feuer”, sagte ein Aktienhändler. Daimler und BMW verloren je etwa ein Prozent.

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