September 4, 2018 / 5:44 AM / 2 months ago

Angst vor Eskalation im Handelsstreit belastet Börsen

The Frankfurt skyline with its financial district is photographed on early evening in Frankfurt, Germany, March 25, 2018. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Die Angst vor einer neuen Runde im Handelsstreit zwischen den USA und China hat am Dienstag die Anleger an den europäischen Börsen vergrault.

Der Dax verlor 1,1 Prozent auf 12.210 Punkte. Der EuroStoxx50 gab ebenfalls etwa ein Prozent nach. An der Wall Street lag der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss 0,2 Prozent im Minus. “Die Vereinigten Staaten drohen mit weiteren Strafzöllen auf chinesische Produkte”, sagte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG Markets. “Aber auch die Streitigkeiten mit der Europäischen Union sind noch nicht ganz vom Tisch.”

Börsianer vermuten, dass US-Präsident Donald Trump am Mittwoch zusätzliche Zölle auf chinesische Importe im Volumen von 200 Milliarden Dollar verhängt. Unklar ist weiter, ob sich die USA wenigstens mit ihrem Nachbarn und engen Verbündeten Kanada auf ein Handelsabkommen einigen können. Über allem schwebt auch die US-Innenpolitik, da im November Zwischenwahlen zum Kongress anstehen. Dabei könnten die Trumps Republikaner eine Schlappe erleiden. Vor diesem Hintergrund nahmen einige Investoren Kurs auf den aus ihrer Sicht “sicheren Hafen” US-Dollar. Im Gegenzug fiel der Euro in der Spitze um einen US-Cent auf 1,1531 Dollar.

An den Rohstoffmärkten stand der zeitweilige Ölpreisanstieg im Fokus. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um bis zu zwei Prozent auf ein Drei-Monats-Hoch von 79,72 Dollar je Barrel (159 Liter). Händler erklärten dies unter anderem mit dem Wirbelsturm “Gordon”, der auf die US-Golfküste zuhält und damit die Ölproduktion behindern könnte.

NIKE UNTER DRUCK - WERBUNG MIT TRUMP-KRITISCHEM SPORT-STAR

Zu den Schlusslichtern der ersten deutschen Börsenliga zählten am Dienstag nach einem Analysten- und Investorentag Henkel, die 2,3 Prozent verloren. Die zweistündige Präsentation in London habe wenig Neues gebracht, erklärte der Vermögensverwalter Investec, der seine Verkaufsempfehlung bekräftigte. Man sei nicht überzeugt worden, dass die Aktien mehr wert seien.

Unter Druck waren auch Adidas mit einem Abschlag von 2,4 Prozent. Anleger nahmen laut Händlern Gewinne mit, da Adidas seit Jahresbeginn rund 30 Prozent gewonnen haben. Dabei spiele auch der Rivale Nike eine Rolle, dessen Aktienkurs in New York um rund drei Prozent einbrach. Der Konzern hat den von Trump scharf kritisierten Football-Spieler Colin Kaepernick für eine Jubiläums-Werbekampagne verpflichtet, was neben Lob im Netz auch zu einem Boykott-Aufruf führte. Auch die Nike-Aktien haben in den letzten zwölf Monaten kräftig zugelegt.

In London brachen die Titel von WPP um über sechs Prozent ein und waren damit der größte Verlierer im “Footsie”. Der neue Chef der weltgrößten Werbefirma, zu der die deutsche Agentur Scholz & Friends gehört, verprellte die Anleger mit einer aus ihrer Sicht mauen Geschäftsprognose.

An der deutschen Börse drehten sich zudem viele Gespräche um die anstehenden Index-Veränderungen, auch wenn diese in etwa wie erwartet ausfallen. So dürften nach Reuters-Informationen unter anderem die Deutsche Bank und E.ON zum 24. September aus dem EuroStoxx50 fallen. Auch im Dax stehen Veränderungen an, die am Mittwochabend veröffentlicht werden: Es wird erwartet, dass die Commerzbank den Dax verlässt und der Zahlungsabwickler Wirecard aufsteigt.

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