September 18, 2018 / 6:39 AM / a month ago

Börsen reagieren gelassen auf Eskalation im Handelsstreit

Frankfurt (Reuters) - Die Zuspitzung im Handelsstreit zwischen USA und China hat die europäischen Börsen am Dienstag nur wenig beeindruckt.

The DAX logo is pictured at the German stock exchange in Frankfurt May 7, 2013. Germany's top stock index hit a record high on Tuesday, the first major European market to top peaks hit before the financial crisis hammered share values. The blue-chip DAX, packed with in-demand international exporters, hit an intraday high of 8,160.14 points, passing its previous best of 8,151.57 points for the first time since mid-2007. REUTERS/Lisi Niesner (GERMANY - Tags: BUSINESS)

Am Nachmittag notierten Dax.GDAXI> und EuroStoxx50 je etwa 0,2 Prozent höher bei 12.120 beziehungsweise 3351 Zählern. Die Börsen seien seit Wochen auf die neuen Zölle vorbereitet gewesen, sagte Analyst Thomas Costerg vom Vermögensverwalter Pictet. Einige Anleger seien erleichtert, dass die Zölle nicht höher ausgefallen seien. “Es ist schlecht, aber tragbar.” Auch an der Wall Street dürften die Kurse zu Handelsbeginn steigen. Die US-Futures lagen etwa 0,2 Prozent im Plus.

US-Präsident Donald Trump kündigte zehnprozentige Zuschläge auf Waren aus China in einem Wert von 200 Milliarden Dollar an. Zugleich bekräftigte er seine Drohung einer weiteren Eskalation, sollte Peking mit Vergeltungsmaßnahmen reagieren. Die neuen Zölle sollen einem ranghohen US-Regierungsbeamten zufolge von Montag an erhoben und bis Jahresende auf 25 Prozent erhöht werden. Von der ursprünglichen Liste gestrichen wurden Produkte wie Apple-Lautsprecher und -Uhren, Kindersitze für Autos und Fahrradhelme.

Auch an den Börsen in Asien reagierten Anleger gelassen, der Leitindex der Börse in Shanghai legte 1,8 Prozent zu. Analysten warnten aber vor den längerfristigen Folgen des Streits.

ZALANDO ZIEHT WETTBEWERBER MIT IN DEN KELLER

Einer der größten Verlierer im Dax waren die Aktien von SAP mit einem Kursminus von bis zu 1,3 Prozent. Der US-Rivale Oracle hatte einen unerwartet geringen Quartalsgewinn ausgewiesen. Die Anleger an der Wall Street reagierten verschnupft. Im vorbörslichen US-Handel fielen Oracle um vier Prozent.

Dax-Spitzenreiter waren am Nachmittag VW mit einem Plus von bis zu vier Prozent. Laut Händlern profitierten die Titel von einer Analystenstudie. Allerdings bremsten Untersuchungen der EU zum Thema Absprachen bei Abgas-Systemen mit den Wettbewerbern BMW und Daimler die Aktien im Verlauf etwas.

Erleichterung über eine operative Gewinnmarge von 22 bis 26 Prozent im kommenden Jahr verschaffte den arg gebeutelten Aktien von Osram ein kleines Comeback: Sie stiegen im MDax um bis zu 8,8 Prozent. Seit Jahresbeginn haben die Scheine allerdings rund 50 Prozent an Wert eingebüßt.

Reißaus nahmen die Investoren beim Mode-Onlinehändler Zalando: Die Aktien stürzten um bis zu 20 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Anfang August 2016 ab. Zalando kappte zum zweiten Mal in sechs Wochen seine Umsatz- und Gewinn-Erwartungen. Als Grund nannte der Vorstand das heiße Wetter und damit verbundene umfangreiche Rabattaktionen. Das belastete auch andere Modefirmen: Papiere von Hugo Bossfielen um über drei Prozent, die des Herrenausstatters Ahlers um bis zu 13,7 Prozent auf ein Rekordtief von 3,10 Euro. In Stockholm verloren die Aktien des Zalando-Großaktionärs Kinnevik fast acht Prozent.

In Amsterdam warfen Anleger Aktien von TomTom aus den Depots. Der Kurs der Navi-Herstellers stürzte um knapp 30 Prozent ab. Auslöser war die Ankündigung von Renault, Nissan und Mitsubishi, künftig Fahrzeuge mit Google-Infotainment-Systemen auszurüsten - einschließlich von Google Maps.

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