September 19, 2018 / 6:31 AM / in 3 months

Zollstreit perlt an Europas Börsen ab - Dax & Co legen zu

Frankfurt (Reuters) - Europas Anleger haben den schwelenden Zollstreit zwischen den USA und China zur Wochenmitte ausgeblendet.

The German share price index DAX graph is pictured at the stock exchange in Frankfurt, Germany, September 13, 2018. REUTERS/Staff

Kursgewinne an der Wall Street sorgten im späten Handel für Schwung. Der Dax ging am Mittwoch 0,5 Prozent fester bei 12.219 Punkten aus dem Handel, der EuroStoxx50 legte 0,3 Prozent zu.

Analysten zufolge herrschte Erleichterung, dass US-Präsident Donald Trump chinesische Importe nicht wie erwartet mit Strafzöllen in Höhe von 25 Prozent belegt habe. “Die Verhängung einer zehnprozentigen Abgabe schürt Hoffnungen, dass sich der Handelskonflikt abschwächt und die anstehenden Verhandlungen Früchte tragen”, schrieben die Analysten der ANZ Bank in einem Kommentar. Ausgestanden sei die Sache aber noch lange nicht. Sollten die beiden Seiten sich nicht einsichtig zeigen und sich gegenseitig mit Vergeltungszöllen überziehen, könne sich der Konflikt bis 2019 ziehen, sagte Yoshimasa Maruyama, Chef-Volkswirt des Vermögensverwalters SMBC Nikko Securities.

STERLING GIBT WEGEN BREXIT-SORGEN NACH

Mit Sorgenfalten auf der Stirn blickten Anleger nach Salzburg. Dort beraten die EU-Staats- und Regierungschefs unter anderem über den Brexit. In der britischen und deutschen Wirtschaft wächst die Sorge vor einem ungeordnetem Ausstieg aus der EU.

Das Pfund Sterling reagierte nervös: zeitweise fiel die Devise 0,4 Prozent auf 1,3097 Dollar. Auslöser war ein Bericht der Zeitung “Times”, demzufolge die britische Premierministerin Theresa May den nachgebesserten EU-Vorschlag für den künftigen Warenverkehr an der irischen Grenze ablehnen wird. Die EU und Großbritannien wollen verhindern, dass nach dem Brexit zwischen dem britischen Nordirland und dem zur EU gehörenden Irland wieder Grenzkontrollen eingeführt werden.

SOMMERHITZE VERHAGELT CECONOMY UND KINGFISHER DIE BILANZ

Ein Bericht über steigende Chancen von Linde auf die Genehmigung der Fusion mit Praxair in den USA trieb die Aktien des Münchner Industriegase-Konzerns um 7,8 Prozent nach oben an die Dax-Spitze. Der Finanzinvestor CVC und sein deutscher Industrie-Partner Messer stünden kurz davor, weitere Teile von Linde in den USA mit einem Umsatz von rund 200 Millionen Euro zu kaufen, berichtete Bloomberg. Auch Praxair legten in New York mehr als vier Prozent zu. Schlusslicht im Dax waren hingegen die Papiere von E.ON, die 2,8 Prozent abgaben.

Einen Kurssprung von 5,8 Prozent legten Salzgitter nach einer angehobenen Ergebnisprognose hin. Die EU-Schutzzölle und Einfuhrquoten gegen Billigimporte helfen dem zweitgrößten deutschen Stahlkonzern.

Nicht so rund läuft es hingegen für Ceconomy: die Mutter der Elektronikhändler Saturn und Media Markt senkte ihre Gewinnziele für das Gesamtjahr. Sie begründete dies mit einem enttäuschenden Sommer-Geschäft sowie einer schleppenden Restrukturierung. Ceconomy-Aktien fielen um 2,7 Prozent.

Kingfisher machte ebenfalls die Sommerhitze für ein schwächelndes Geschäft verantwortlich. Der Halbjahresüberschuss der größten europäischen Baumarktkette schrumpfte um 15 Prozent. Die Aktien rutschten in London um 6,3 Prozent ab.

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