September 21, 2018 / 6:26 AM / 6 months ago

Dax-Anleger im Bann von Zollstreit und Fed - BMW brechen ein

The German share price index DAX graph is pictured at the stock exchange in Frankfurt, Germany, September 13, 2018. REUTERS/Staff

Frankfurt (Reuters) - Angesichts von Zollstreit und wachsenden Zinsspekulationen haben die Anleger am Dienstag europäische Aktien nur mit spitzen Fingern angefasst.

Der Dax schloss bei 12.374 Zählern 0,2 Prozent höher und machte damit einen kleinen Teil der Verluste vom Montag wett. Auch der EuroStoxx50 zog leicht an. Am Tag vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) kamen die Kurse an der Wall Street kaum vom Fleck. Im deutschen Handel sorgte eine Gewinnwarnung von BMW für lange Gesichter. In hohem Bogen warfen die Anleger die Papiere des Autobauers aus ihren Depots. Der Aktienkurs brach zeitweise um sechs Prozent ein. Auch Daimler und VW legten den Rückwärtsgang ein.

Insgesamt herrschte am Markt Zurückhaltung. Alle Augen seien auf die Beratungen der Fed gerichtet, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst beim Online-Broker CMC Markets. Die Notenbank werde mit hoher Wahrscheinlichkeit die Zinsen anheben. “Und nach den Hinweisen von EZB-Präsident Mario Draghi auf eine steigende Inflation sind die Investoren brennend daran interessiert, was sein US-Kollege Jerome Powell zum Thema Teuerungsraten zu sagen hat.” Die Fed gibt ihren Entscheid am Mittwochabend (MESZ) bekannt. Im Anschluss wird er von Powell erläutert.

Nach Draghis Äußerungen zur Zunahme des Preisdrucks verschoben sich die Markterwartungen etwas. Nun wird damit gerechnet, dass die EZB schon im September 2019 statt wie bisher erwartet im Oktober 2019 an der Zinsschraube drehen könnte. Zu den höheren Inflationserwartungen trägt auch der Anstieg der Ölpreise bei. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 1,7 Prozent und markierte mit 82,55 Dollar je Barrel (159 Liter) ein Vier-Jahres-Hoch. Grund für die Rally sind drohende Ausfälle iranischer Lieferungen durch bevorstehende US-Sanktionen.

Die Zinsspekulationen stützten den Euro, der um etwa einen halben US-Cent auf 1,1792 Dollar zulegte, und schoben zeitweise auch die Renditen der deutschen Bundesanleihen an.

“ZIEMLICH HARSCHE PROGNOSESENKUNG”

Am deutschen Markt stand am Nachmittag die Senkung der Ergebnisprognose von BMW für das laufende Jahr im Fokus. Die Münchener rechnen mit einem Gewinnrückgang von fünf bis zehn Prozent und begründeten dies mit Rabattschlachten auf vielen Automärkten der Welt. “Das ist mit Blick auf die Gewinnmarge schon eine ziemlich harsche Prognosesenkung”, fasste ein Händler zusammen. BMW schlossen mit 79 Euro 5,4 Prozent im Minus. VW und Daimler verloren 1,6 beziehungsweise 2,5 Prozent.

Ebenfalls unter Druck waren im Dax die Aktien der Lufthansa, die um 5,2 Prozent fielen. Anleger fürchten, dass die steigenden Ölpreise die Treibstoffkosten in die Höhe treiben werden.

An der Dax-Spitze lagen erneut Wirecard mit einem Plus von 4,9 Prozent. Die Aktien des Zahlungsabwicklers profitierten laut Händlern weiter von dem Aufstieg in den Dax, der am Montag wirksam geworden war. Die Aktien der Commerzbank, die von Wirecard aus der ersten Börsenliga verdrängt wurde, legten ein Prozent zu. Weiterhin sorgten Spekulationen über ein Zusammengehen mit der Deutschen Bank für Gesprächsstoff. Der Chef der Letzteren, Christian Sewing, schloss eine Fusion der beiden Institute nicht aus. Zudem stützten die Spekulationen auf steigende Zinsen die Finanzwerte generell.

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