October 10, 2018 / 5:46 AM / 13 days ago

Zu viele Risiken für Börsianer - Europas Aktienmärkte im Minus

Frankfurt (Reuters) - Europas Aktienanleger haben sich zur Wochenmitte kaum aus der Deckung gewagt.

The German share price index DAX graph is pictured at the stock exchange in Frankfurt, Germany, September 13, 2018. REUTERS/Staff

Zu groß ist Börsianern zufolge die Unsicherheit über die Brexit-Verhandlungen, die italienischen Haushaltspläne und den schwelenden Handelsstreits. Der Markt sei sehr schwankungsanfällig. “Das bietet einerseits Gewinnmöglichkeiten, aber erhöht eben auch das Risiko”, sagte ein Händler. Der Dax notierte am Nachmittag bei 11.900 Punkten 0,6 Prozent im Minus. Der EuroStoxx50 lag 0,4 Prozent niedriger bei 3308 Zählern.

Die US-Futures signalisierten für die Wall Street ebenfalls leichte Kursverluste. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen lag bei 3,23 Prozent und damit knapp unter dem vorige Woche markierten Siebeneinhalb-Jahres-Hoch.

Börsianer verwiesen auch auf die Warnung des Internationalen Währungsfonds vor möglichen Finanzmarkt-Turbulenzen. Eine weitere Eskalation im Handelskonflikt könne “das Vertrauen der Anleger untergraben und auch das Wirtschaftswachstum schädigen”, heißt es im IWF-Finanzstabilitätsbericht.

Einen Hoffnungsschimmer boten die Verhandlungen über das künftige Verhältnis Großbritanniens zur EU nach dem Austritt aus der Gemeinschaft im nächsten Jahr. Diplomaten zufolge ist Bewegung in die Verhandlungen gekommen. Das stützte das Pfund Sterling, das auf 1,3184 Dollar anzog.

Im Fokus blieb auch die Lage in Rom. Wirtschaftsminister Giovanni Tria versprach, die Regierung werde alles tun, um das Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen. Daraufhin griffen die Anleger bei Anleihen und Aktien zu. Die Mailänder Börse drehte ins Plus, während die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen deutlich sanken. Hier hatten Anleger zuletzt eine ausufernde Neuverschuldung befürchtet.

DICKE LUFT FÜR AUTOBAUER - TELEKOM-WERTE IM AUFWIND

Zu den größten Dax-Verlierern zählten die Autobauer, auf die höhere Kosten zur Abgasreduzierung zukommen dürften. Die EU-Staaten einigten sich gegen den anfänglichen Widerstand Deutschlands auf eine deutliche Verschärfung der Kohlendioxid (CO2)-Grenzwerte für neue Autos. Die Aktien von BMW, Daimler und Volkswagen fielen daraufhin um je etwa ein Prozent.

Auch einige Zulieferer gerieten unter die Räder. Im Dax hielten Infineon mit einem Abschlag von rund vier Prozent die rote Laterne. Im MDax verloren die Papiere des Scheinwerfer-Herstellers Hella bis zu 7,8 Prozent. Ein negativer Analystenkommentar sorgte zusätzlich für Verkäufe.

Ebenfalls in Ungnade fielen die Aktien der Louis-Vuitton-Mutter LVMH und ihres Rivalen Kering im EuroStoxx50 mit Abschlägen von je über fünf Prozent. Händler führten den Ausverkauf auf Spekulationen über eine Abkühlung des wichtigen China-Geschäfts zurück.

Nach oben ging es dagegen mit Telekomwerten: Die T-Aktie führte mit einem Plus von fast vier Prozent die Dax- und die EuroStoxx-Gewinnerliste an. Auch die Papiere von Konkurrenten wie der britischen Vodafone oder der französischen Orange legten über zwei Prozent zu. Angesichts der zahlreichen Unsicherheitsfaktoren steckten Anleger offenbar verstärkt Geld in Unternehmen, deren Geschäft relativ konjunkturunabhängig sei, sagte ein Börsianer.

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