November 19, 2018 / 6:41 AM / 21 days ago

Brexit-Sorgen bremsen Börsen aus - Renault-Aktie stürzt ab

Frankfurt (Reuters) - Die Brexit-Regierungskrise in London hat zum Wochenauftakt die europäischen Aktienmärkte belastet.

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the German share price index DAX board at the Frankfurt stock exchange, January 15, 2015. Global markets were thrown into turmoil on Thursday as a shock move by Switzerland to abandon its three-year cap on the franc sent the currency soaring and Europe's shares and bond yields tumbling. REUTERS/Kai Pfaffenbach (GERMANY - Tags: BUSINESS TPX IMAGES OF THE DAY)

Der Dax fiel um 0,9 Prozent auf 11.244 Punkte, der EuroStoxx50 gab 0,6 Prozent nach. “Die Bedrohung bleibt, die Regierung in London könnte fallen und damit die Planungssicherheit für den Brexit”, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets. “Das könnte einiges durcheinanderbringen.” An der Wall Street belastete vor allem der schwelende Handelsstreit der USA mit China und ein neuer Kurssturz bei Apple die Stimmung.

Deutschland und andere EU-Staaten wiesen britische Forderungen nach einer Neuverhandlung des Brexit-Vertragsentwurfs zurück. Premierministerin Theresa May kämpft derweil um ihr politisches Überleben. Sie muss sich womöglich am Dienstag einem Misstrauensvotum stellen. Mehrere Minister sind aus Protest gegen ihre Brexit-Pläne bereits zurückgetreten. “May be or not”, titelte LBBW-Analyst Hans-Peter Kuhlmann. “Ihre Gegner von rechts und links wissen allerdings, dass ein ungeordneter Austritt massive Risiken birgt.”

Das Pfund Sterling fiel zeitweise um etwa einen halben US-Cent auf weniger als 1,28 Dollar, erholte sich bis zum Abend aber wieder auf 1,2860 Dollar. Die Stimmung bei den britischen Unternehmen ist inzwischen so schlecht, wie seit mindestens neun Jahren nicht mehr, wie Erhebungen des Datenanbieters IHS Markit zeigten.

Neben dem Brexit belasten auch der schwelende Streit um den italienischen Haushalt und der Handelskonflikt USA/China die Märkte. Erstmals in der Geschichte der Wirtschaftsgipfel des Asien-Pazifik-Raums (Apec) hatten sich die Teilnehmer am Wochenende wegen des Konfliktes nicht auf ein gemeinsames Abschlusskommunique einigen können.

In der vergangenen Woche hatte der Dax 1,6 Prozent verloren. Zudem sieht es derzeit danach aus, als würde der Leitindex erstmals seit 2011 zum Jahresende mit einem Minus schließen.

APPLE ERNEUT SPIELVERDERBER IN NEW YORK

Top-Favoriten im EuroStoxx50 und im Dax waren Linde, die nach einer Kaufempfehlung der Analysten der Deutschen Bank 2,4 Prozent zulegten. In der vergangenen Woche hatten sie über fünf Prozent verloren, womit sie im Dax zu den größten Verlierern gezählt hatten.

Im Fokus der Gespräche stand aber das jähe Karriere-Aus für Carlos Ghosn, einen der schillerndsten Manager der internationalen Autobranche. Der Architekt der Allianz von Renault, Nissan und Mistubishi soll Firmengelder veruntreut haben. “Das hat das Vertrauen der Anleger in Renault erschüttert”, sagte David Madden, Analyst beim Broker CMC Markets in London. Nissan bestätigte Ghosns Festnahme. Die Aktien von Renault stürzten zeitweise um 15 Prozent ab, grenzten bis zum Handelsschluss in Paris aber ihre Verluste etwas ein.

In New York belastete die Talfahrt von Apple die Stimmung. Die Aktien des iPhone-Herstellers, die schon in der vorigen Woche 5,4 Prozent eingebüßt hatten, fielen um über drei Prozent. Das “Wall Street Journal” berichtete, der iPhone-Hersteller habe wegen einer schwächelnden Nachfrage nach seinen jüngsten Modellen die Produktion gekürzt.

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