November 27, 2018 / 7:11 AM / 15 days ago

Europas Börsen im Rückwärtsgang - "Spielverderber Trump"

A DAX logo is pictured at the trading floor of the stock exchange in Frankfurt, Germany December 29, 2017. REUTERS/Ralph Orlowski

Frankfurt (Reuters) - Mit seinen Zolldrohungen gegen China hat US-Präsident Donald Trump am Dienstag den Börsen weltweit den Wind aus den Segeln genommen.

Der Dax fiel um 0,4 Prozent auf 11.309 Punkte. Auch der EuroStoxx50 gab nach. An der Wall Street fanden die Kurse keine klare Richtung. Nach Kursverlusten von fast einem Prozent zu Beginn notierte der Dow Jones zum Handelsschluss in Europa 0,3 Prozent im Minus. S&P 500 und Nasdaq-Composite kamen kaum vom Fleck. Spekulationen über US-Zölle auf Auto-Importe belasteten am Nachmittag VW & Co.

Der “Spielverderber Trump” habe schon die asiatischen Börsen ausgebremst, erläuterte Analyst Wolfgang Albrecht von der Landesbank LBBW. “Damit entfachte er wieder die Sorgen über den Handelsstreit zwischen den USA und China.” Dem “Wall Street Journal” sagte Trump, er gehe davon aus, dass die bereits bestehenden Abgaben auf chinesische Waren auf 25 von bisher zehn Prozent erhöht würden. Trump will am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires gegen Ende der Woche mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zusammentreffen.

“Der Gipfel ab Freitag scheint für die Börsen eine ungewöhnlich hohe Bedeutung zu gewinnen”, fasste ein Händler auch mit Blick auf einen Vorabbericht der “Wirtschaftswoche” zusammen. Das Magazin berichtete unter Berufung auf EU-Kreise, Trump könnte schon nächste Woche Abgaben von 25 Prozent auf Auto-Importe erheben. Schlusslicht im Dax waren daraufhin VW mit einem Minus von vier Prozent. Auch Daimler und BMW waren mit Abschlägen von 2,4 und 1,3 Prozent im Rückwärtsgang unterwegs. Im Juli hatte Trump EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zugesagt, keine neuen Zölle zu verhängen, solange die USA und die EU über ein Freihandelsabkommen verhandeln.

Trump brachte zudem in dem “Wall Street Journal”-Interview Strafzölle auf Smartphones und Computer ins Gespräch. Apple gaben in New York zeitweise rund zwei Prozent nach. Um die Auswirkungen auf die Verbraucher gering zu halten, sind Computer und Smartphones bislang ausgenommen. Trump erklärte nun aber, ein Zoll von zehn Prozent dürfte keine größeren Verwerfungen auslösen.

ÜBERNAHMEFANTASIE BEFLÜGELT OSRAM

Für Gesprächsstoff in den deutschen Handelssälen sorgten Spekulationen über die Zukunft des Osram-Konzerns, dessen Aktien im MDax gelistet sind. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf Insider, der Finanzinvestor Bain Capital prüfe ein Angebot für die ehemalige Siemens-Tochter. Auch andere Private-Equity-Gesellschaften hätten ein Auge auf Osram geworfen. Die Titel stiegen um 16,3 Prozent.

Mit Verkäufen reagierten Anleger von United Technology in New York auf Abspaltungspläne des Mischkonzerns. Die Aktien fielen um sechs Prozent und hielten im Dow damit die rote Laterne.

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