November 28, 2018 / 6:51 AM / 15 days ago

Anleger setzen auf Entspannung im Zollstreit

The DAX (German stock index) logo is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, March 23, 2018. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Hoffnungen auf einen Durchbruch im Handelsstreit USA/China haben am Mittwoch den europäischen Aktienbörsen etwas Halt gegeben.

Die Stimmung an den Börsen helle sich zwar etwas auf, sagte Fondsmanager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. “Doch ein nachhaltiger Stimmungsumschwung erscheint im Moment ohne einen klaren Auslöser kaum möglich.” Der Dax schloss bei knapp 11.299 Punkten kaum verändert. Der EuroStoxx50 trat ebenfalls auf der Stelle. An der Wall Street notierte der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss 0,8 Prozent höher.

Im Vorfeld des G20-Gipfels versprach Chinas Präsident Xi Jinping eine weitere Öffnung seines Landes für ausländische Investoren. Auch geistiges Eigentum solle besser geschützt werden. Er wird am Samstag in Buenos Aires mit US-Präsident Donald Trump zusammenkommen. Das Abendessen am Rande des G20-Treffens werde als Möglichkeit gesehen, im Handelsstreit mit China “das Blatt zu wenden”, sagte Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow am Dienstag. Trump selbst hatte jüngst noch mit der Drohung zusätzlicher Strafzölle auf chinesische Importe Anleger in Unruhe versetzt.

Mit sorgenvoller Miene blickten Börsianer in Richtung Krim. Russlands Präsident Wladimir Putin warf der Ukraine mit der Ausrufung des Kriegsrechts eine übertriebene Reaktion auf einen militärischen Vorfall im Schwarzen Meer vor. Es habe sich um nichts anderes gehandelt als um einen Grenzzwischenfall, sagte Putin. Er äußerte zudem die Hoffnung, Trump wie geplant in Buenos Aires sprechen zu können. Die Währungen der Ukraine und Russlands standen erneut unter Druck. Der Dollar stieg um jeweils ein halbes Prozent.

Zudem rückt die US-Geldpolitik mit einer Rede von Notenbankchef Jerome Powell am Abend nach Handelsschluss in Europa wieder in den Fokus. “In der Geldpolitik ist Kommunikation alles, und kleine Änderungen in der Wortwahl können bereits ein wichtiges Signal sein”, sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. An den Märkten wird seit Tagen spekuliert, die US-Notenbank könnte das Tempo der Zinsschritte nach der erwarteten Erhöhung im Dezember drosseln. In diesem Fall werde die Fed aber sicher betonen, dass diese Entscheidung ausschließlich auf wirtschaftlichen Faktoren und nicht auf dem anhaltenden Druck Trumps basiere, betonte Portfolio-Manager Altmann. Trump hatte erst am Dienstag mit neuen Verbalattacken Powells Zinserhöhungskurs kritisiert.

CONTI UNTER DRUCK - ANLEGERN VERGEHT APPETIT AUF VAPIANO

Unter den deutschen Werten rückte Continental ins Rampenlicht. Die Titel des Autozulieferers waren mit einem Minus von 4,3 Prozent Schlusslicht im Dax. Händlern zufolge äußerte sich das Unternehmen auf einer Investorenkonferenz des Brokers Redburn vorsichtig zu den Geschäftsaussichten. Ein Conti-Sprecher sagte, Finanzchef Wolfgang Schäfer habe lediglich die im Rahmen der Neunmonatszahlen veröffentlichten Prognosen bekräftigt.

Ebenfalls auf Talfahrt waren die Aktien von Münchener Rück, die 1,4 Prozent verloren. Die verheerenden Waldbrände in Kalifornien stimmen den weltgrößten Rückversicherer vorsichtiger.

Außerhalb der großen Indizes brockte eine Senkung der Gewinnaussichten Vapiano den drittgrößten Kursrutsch seit dem Börsengang im Juni 2017 ein. Die Aktien der Restaurant-Kette fielen um 7,2 Prozent auf 7,06 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust damit auf rund 70 Prozent. Beim Gang aufs Parkett waren die Titel noch zu 23 Euro ausgegeben worden.

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