November 30, 2018 / 7:10 AM / 12 days ago

"Showdown" von Trump und Xi macht Anleger nervös

Frankfurt (Reuters) - Das bevorstehende Gespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping zum Handelsstreit hat die europäischen Aktienmärkte am Freitag in Schach gehalten.

The DAX board is reflected in a DAX logo at the Frankfurt stock exchange June 11, 2009. REUTERS/Johannes Eisele (GERMANY BUSINESS)

Der Dax verlor bis zum Nachmittag bis zu 0,8 Prozent auf 11.208 Zähler, der EuroStoxx50 gab 0,5 Prozent auf 3159 Zähler nach. Die US-Futures signalisierten für die Wall Street Verluste von etwa einem halben Prozent.

“Der Showdown steht an”, sagte Fondsmanager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. “Bei Donald Trump ist nach wie vor nicht klar, ob er tatsächlich einen Handelsdeal erreichen will beziehungsweise ob er überhaupt zu Zugeständnissen bereit ist.” Xi wolle den Deal, aber auch seine Kompromissbereitschaft werde irgendwann an Grenzen stoßen. “Von einer Lösung bis zu einer weiteren Eskalation ist alles möglich.”

Trump will sich am Samstag am Rande des Gipfels der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) in Argentinien mit Xi treffen. Der US-Präsident wirft China unfaire Handelspraktiken vor und hat mit weiteren Sonderzöllen auf Importe aus der Volksrepublik gedroht. Beide Seiten überziehen sich bereits seit Monaten mit zusätzlichen Abgaben.

Der Zollstreit hinterlässt bereits Spuren in Chinas Wirtschaft. Erstmals seit zwei Jahren gab es kein Wachstum in der Industrie. Der offizielle Einkaufsmanager-Index für den Bereich fiel im November auf 50 Zähler. Nur über dieser Marke signalisiert das Barometer Wachstum. Die Börse in Shanghai legte zum Wochenschluss 0,8 Prozent zu, da Anleger nun auf Konjunkturhilfen der Regierung in Peking setzen.

Für Sorgenfalten sorgte auch die Krim-Krise, die zur Absage eines Treffens von Trump mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin führte.

DEUTSCHE BANK AUF REKORDTIEF

Bei den Einzelwerten in Frankfurt stand die Deutsche Bank erneut im Blickpunkt. Die Staatsanwaltschaft setzte ihre Geldwäsche-Razzia bei dem Geldhaus fort. Die Aktien rutschten in der Spitze um 3,7 Prozent auf ein Rekordtief von 7,99 Euro ab. Am Donnerstag hatten sie bereits 3,4 Prozent verloren. “Das neue Rekordtief kommt nicht überraschend”, sagte ein Händler.

Das Nachsehen im Dax hatten auch Daimler-Papiere, die nach einer Herunterstufung mehr als drei Prozent einbüßten. Die Großbank HSBC setzte die Titel auf “Reduce” von “Hold”. Der europäische Autosektor verlor wegen der Unsicherheit über den Ausgang des Handelsstreits zwei Prozent.

Mit der Senkung der Umsatz- und Ergebnisprognose verprellte SMA Solar die Anleger auf breiter Front. Die Aktien rutschten in der Spitze um 20 Prozent auf 17,65 Euro ab, das war der tiefste Stand seit dreieinhalb Jahren. Das Unternehmen erklärte, der seit September zu verzeichnende Geschäftsrückgang habe sich im November entgegen den bisherigen Erwartungen fortgesetzt.

Auf der Gewinnerseite ragten Bayer heraus. Die Aktien gingen auf Erholungskurs und legten über zwei Prozent zu. Milliardenabschreibungen im Zuge des geplanten Konzernumbaus hatten die Stimmung der Anleger am Donnerstag getrübt.

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