January 23, 2019 / 6:45 AM / 3 months ago

Europas Anleger fahren auf Sicht - Zollstreit im Fokus

Frankfurt (Reuters) - Europas Anleger haben am Mittwoch wegen der lauernden Konjunkturrisiken erneut die Handbremse angezogen.

Traders work at Frankfurt's stock exchange during the last trading day at Frankfurt's stock exchange in Frankfurt, Germany December 28, 2018. REUTERS/Ralph Orlowski

Ermutigende Firmenbilanzen stützten die Börsen zwar, konnten aber die Sorgen um den Handelskonflikt zwischen den USA und China und die ungelöste Brexit-Frage nicht vergessen machen.

Der Dax ging 0,2 Prozent leichter bei 11.071 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx50 trat bei 3112 Punkten auf der Stelle. Auch an der Wall Street bröckelten anfängliche Kursgewinne wieder ab, obwohl Schwergewichte wie IBM und Procter & Gamble mit ihren Bilanzen überzeugt hatten.

Insgesamt bleibe die Stimmung angeschlagen, sagten Börsianer. Für Ernüchterung sorgten Warnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) vor einem deutlichen Abschwung. “Die Verlangsamung scheint früher zu kommen als erwartet”, sagte IWF-Vizechef David Lipton am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos zu Reuters TV. Es gebe zahlreiche Risiken, von den Handelsstreitigkeiten bis hin zu schlechteren Finanzierungsbedingungen.

Für Unruhe sorgte ein Zeitungsbericht, wonach die USA vorbereitende Gespräche mit China für die Verhandlungen zum Handelsstreit in der kommenden Woche abgesagt haben sollen. US-Präsident Donald Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow wies dies aber zurück. Trump könnte die jüngste Serie enttäuschender chinesischer Konjunkturdaten nutzen, um den Druck auf die Regierung in Peking zu erhöhen, sagte indes Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets.

Die Schwankungen an den Börsen dürften Analysten zufolge in den kommenden Wochen zunehmen, wenn mehr und mehr Unternehmen rund um den Globus ihre Ergebnisse für das Schlussquartal 2018 veröffentlichen.

KOHLEKOMMISSION BEFEUERT RWE-RALLY

Zu den Favoriten am deutschen Aktienmarkt zählte RWE mit einem Kursplus von rund fünf Prozent. “Die Vorschläge der Kohlekommission sehen gut aus”, sagte ein Börsianer. Das Expertengremium plädiert unter anderem dafür, Kraftwerksbetreiber im Rahmen des Kohleausstiegs zu entschädigen.

Für gute Laune bei den Aktionären von Heidelberger Drucksorgte ein neuer Ankeraktionär aus China. Der Vertriebspartner Masterwork steigt über eine Barkapitalerhöhung mit 8,5 Prozent bei dem Druckmaschinen-Hersteller ein. Die Papiere des Weltmarktführers für Bogenoffset-Druckmaschinen stiegen um 14,4 Prozent.

In Europa gehörten Einzelhandelsaktien zu den Favoriten. Positiv werteten Anleger die Geschäftszahlen der Supermarkt-Ketten Ahold und Carrefour, deren Aktien sich um bis zu 6,4 Prozent verteuerten. Bei den Franzosen seien die Beeinträchtigungen durch die “Gelbwesten”-Proteste in Frankreich weniger stark ausgefallen als befürchtet, schrieben die Analysten der Investmentbank Jefferies. Chemiewerte zählten hingegen zu den Verlierern, der Sektorindex gab ein Prozent nach.

INVESTOREN RECHNEN MIT VERSCHOBENEM BREXIT

Am Devisenmarkt verteuerte sich das Pfund Sterling um 0,9 Prozent auf ein Zweieinhalb-Monats-Hoch von 1,3080 Dollar. Die britische Labour-Opposition setzt auf eine Verschiebung des für den 29. März geplanten Brexits, um einen ungeregelten EU-Austritt zu verhindern. Vor der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag notierte der Euro zum Börsenschluss mit 1,1394 Dollar rund 0,3 Prozent höher.

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