February 14, 2019 / 7:12 AM / 6 months ago

Konjunktursorgen verderben Anlegern den Appetit - Dax im Minus

Frankfurt (Reuters) - Unerwartet schwache Konjunkturdaten aus den USA haben Anlegern am Donnerstag die Lust auf Aktien genommen.

Traders work at Frankfurt's stock exchange during the last trading day at Frankfurt's stock exchange in Frankfurt, Germany December 28, 2018. REUTERS/Ralph Orlowski

Der Dax schloss 0,7 Prozent schwächer bei 11.089 Punkten, nachdem er über Weite Strecken des Tages im Plus notiert hatte. Der EuroStoxx50 gab 0,6 Prozent nach auf 3182 Zähler. Auslöser für den Abwärtsstrudel war die Veröffentlichung von Daten zum Einzelhandelsgeschäft in den USA. Die Umsätze in der für das Land sehr wichtigen Branche fielen im Dezember so schwach aus, wie seit über neun Jahren nicht mehr. “Das war eine knallharte Enttäuschung und eine Bestätigung dafür, dass sich die Konjunktur in den USA weiter abkühlt”, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Auch an der Wall Street standen die Börsenampeln auf Rot: Der Dow-Jones-Index lag zu Handelsschluss in Europa gut ein halbes Prozent im Minus. Der Dollar gab zeitweise deutlich nach.

Die Einnahmen der US-Einzelhändler fielen im Dezember 1,2 Prozent geringer aus als im Vormonat. Analysten hatten mit einem Zuwachs gerechnet. “Bedenklich ist vor allem, dass Verbraucher im wichtigen Weihnachtsgeschäft weniger ausgegeben haben”, sagte Randy Frederick, Chefanalyst beim Brokerhaus Charles Schwab. Experten gehen davon aus, dass die amerikanische Wirtschaft zwischen Oktober und Dezember nur noch mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,7 Prozent gewachsen ist. Im dritten Quartal hatte es noch zu einem Plus von 3,4 Prozent gereicht.

Positive Signale gab es dagegen von Seiten des Zollstreits. Laut einem Medienbericht könnte US-Präsident Donald Trump die bislang für den 1. März geplante Verschärfung der US-Strafzölle auf chinesische Waren um 60 Tage verschieben, um Zeit für eine Einigung zu gewinnen. Die Verhandlungen zwischen den USA und China befinden sich derzeit in einer wichtigen Phase. Chinas Präsident Xi Jinping wird am Freitag dazu stoßen.

Die Spekulationen auf eine Einigung in dem seit Monaten schwelenden Konflikt schürte auch am Rohöl-Markt Optimismus, wie Analyst Alfonso Esparza vom Brokerhaus Oanda sagte. Der Preis für die Öl-Sorte Brent aus der Nordsee stieg zeitweise auf ein Drei-Monats-Hoch von 64,81 Dollar je Barrel (159 Liter).

AIRBUS STELLT PRODUKTION VON A380 EIN

Bei den Einzelwerten standen die im Nebenwerteindex MDax notierten Commerzbank-Aktien im Fokus, sie stiegen um 1,5 Prozent. Das Geldhaus steigerte seinen Gewinn und will erstmals seit 2015 wieder eine Dividende zahlen.

Die Titel von Airbus legten in Paris knapp drei Prozent zu, nachdem der Flugzeugbauer starke Quartalsergebnisse vorgelegt hatte. Der Konzern gibt außerdem dem erst vor wenigen Jahren an den Markt gebrachten Superjumbo A380 keine Zukunft mehr. Weil die Nachfrage eingebrochen ist, nimmt der europäische Flugzeughersteller das größte und schwerste Flugzeug der Welt in zwei Jahren aus dem Programm.

Zu den Favoriten an der Börse in London gehörten die Titel von AstraZeneca mit plus 7,5 Prozent. Dank des Erfolgs seiner Krebsmedikamente übertraf der Pharmakonzern mit seinem Quartalsergebnis die Erwartungen.

Anleger an der Wall Street nahmen Reißaus bei Coca-Cola. Die Aktien verloren mehr als sieben Prozent. Der US-Getränkekonzern kämpft mit höheren Kosten und einer schwächeren Nachfrage und stellte für 2019 deutlich geringere Erträge in Aussicht als von Analysten erwartet.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below