February 25, 2019 / 6:53 AM / a month ago

Entspannung im Zollstreit gibt Börsen Auftrieb

The German share prize index (DAX) board is seen at the end of a trading day at the German stock exchange (Deutsche Boerse) in Frankfurt, Germany, February 12, 2019. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - In der Hoffnung auf eine baldige Lösung im Zollstreit zwischen den USA und China haben sich Anleger am Montag mit Aktien eingedeckt.

Dax und EuroStoxx50 stiegen um jeweils ein knappes halbes Prozent auf 11.505,39 beziehungsweise 3281,63 Punkte. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kletterte 0,7 Prozent. Die Börse Shanghai verbuchte mit einem Plus von 5,6 den größten Tagesgewinn seit dreieinhalb Jahren.

US-Präsident Donald Trump äußerte sich auf Twitter positiv zum Verlauf der Handelsgespräche und stellte ein erneutes Treffen mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping in Aussicht. “Trotz Fortschritten in mehreren Bereichen sollten sich die Anleger noch nicht zu überschwänglich freuen”, warnte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. “Ein Scheitern der Verhandlungen ist nach wie vor möglich.”

Auch Thomas Metzger, Chef der Vermögensverwaltung beim Bankhaus Bauer, mahnte zur Vorsicht. “Mit der möglichen Einführung von Zöllen auf europäische Autos in den USA schwebt das nächste Damoklesschwert über den Märkten.” Investoren deckten sich dennoch mit Aktien von Fahrzeug-Herstellern und Zulieferern ein. Der europäische Branchenindex stieg um 2,1 Prozent. Gefragt waren auch die stark vom China-Geschäft abhängigen Chipwerte. Der heimische Sektor gewann 0,4 Prozent. In den USA rückten Hersteller wie Intel und AMD bis zu 3,5 Prozent vor.

“OPEC, BITTE ENTSPANNE DICH” - BEIM BREXIT NICHTS NEUES

Auch am Rohstoffmarkt bewegte Trump die Kurse. “Der Ölpreis ist zu hoch”, schrieb er auf Twitter. “Opec, bitte entspanne Dich und immer mit der Ruhe. Die Welt kann eine Preiserhöhung nicht verkraften.” Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich daraufhin um 3,5 Prozent auf 64,80 Dollar je Barrel (159 Liter). Damit kostete sie - vor allem wegen der Förderbremse der Opec-Staaten und verbündeter Exportländer - aber immer noch rund 20 Prozent mehr als zu Jahresbeginn. Allerdings verknappen auch die US-Sanktionen gegen Iran und Venezuela das Angebot.

Kopfschütteln erntete die britische Premierministerin Theresa May mit der Verschiebung der erneuten Abstimmung über die Scheidungsvereinbarung mit der EU. “Schließlich stimmt am Mittwoch das Unterhaus darüber ab, ob es May zwingen soll, im Fall eines No-Deal den Brexit zu verschieben”, sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. “Alle Abgeordneten, die den No-Deal-Brexit vermeiden wollen, wären mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn sie diese Gelegenheit verstreichen ließen.” Das Pfund Sterling stagnierte bei 1,3060 Dollar.

Die Aktien von Covestro fielen um 3,2 Prozent und waren damit Schlusslicht im Dax. Sowohl das Quartalsergebnis als auch der Ausblick des Kunststoff-Produzenten seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben, stellte Analyst Markus Mayer von der Baader Helvea Bank fest.

An der Wall Street steuerten die Titel von General Electric (GE) mit einem Kursplus von bis zu 15,5 Prozent auf den größten Tagesgewinn seit zehn Jahren zu. Der Siemens-Rivale verkauft seine Biopharma-Sparte für gut 21 Milliarden Dollar an die Medizintechnik-Firma Danaher. Deren Aktien stiegen um 8,8 Prozent auf ein Rekordhoch von 123,50 Dollar. Analysten zufolge erhält GE mehr Geld als erhofft und Danaher winken steigende Gewinnmargen.

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