June 3, 2019 / 5:40 AM / 3 months ago

Europa-Anleger plagen Rezessionsängste - Infineon im Blick

Frankfurt (Reuters) - Aus Furcht vor den Folgen des Zollstreits der USA mit anderen Staaten ziehen sich Investoren aus den europäischen Aktienmärkten zurück.

The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, November 20, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

“Anleger fürchten, dass eine Eskalation des Handelsstreits eine Rezession auslöst”, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. “Zudem besteht das Risiko, dass sich der US-Präsident demnächst auch wieder der Europäischen Union widmet und hier mit neuen Strafzöllen droht.”

Dax und EuroStoxx50 verloren am Montag jeweils etwa ein halbes Prozent auf 11.668 beziehungsweise 3262 Punkte. Investoren nahmen stattdessen Kurs auf “sichere Häfen”. Die Nachfrage nach Bundesanleihen drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Rekord-Tief von minus 0,216 Prozent. Die “Antikrisen-Währung” Gold war mit 1315,59 Dollar je Feinunze zeitweise so teuer wie zuletzt vor zweieinhalb Monaten. Auch die Schweizer Währung war gefragt. Im Gegenzug fiel der Euro auf ein Zwei-Jahres-Tief von 1,1117 Franken.

China betonte, sich dem US-Druck im Handelsstreit nicht beugen zu wollen. Parallel dazu kündigte Peking Ermittlungen gegen FedEx an, weil der US-Paketdienst Lieferungen des chinesischen Netzwerk-Ausrüsters Huawei umgeleitet haben soll. Dessen Aktien fielen daraufhin vorbörslich in den USA um rund 3,5 Prozent auf ein Fünf-Monats-Tief von 148,10 Dollar.

“Man kann das als Vergeltungsmaßnahme für die US-Beschränkungen für Huawei sehen”, sagte Norihiro Fujito, Chef-Anleger der Investmentbank Mitsubishi UFJ Morgan Stanley. Weitere Firmen könnten in Chinas Visier geraten. Er bezweifle, dass das geplante Treffen von US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jingpin beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs der 20 größten Industriestaaten und Schwellenländer (G20) Ende Juni eine Annäherung bringe.

MEDIEN - ITALIENS MINISTERPRÄSIDENT DROHT MIT RÜCKTRITT

Mit Sorge blickten Investoren auch nach Italien, wo Ministerpräsident Giuseppe Conte Medienberichten zufolge mit Rücktritt drohen will. Sie warfen daher Anleihen des Landes aus ihren Depots. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Titel auf 2,696 von 2,663 Prozent.

Kopfschmerzen bereitete Börsianern zudem der Zustand der deutschen Regierungskoalition. “Deutschland galt in der Vergangenheit fast durchgängig als politischer und wirtschaftlicher Stabilitätsanker in Europa”, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. “Dieser Status könnte mit einer Koalitionskrise in Frage gestellt werden.”

US-ÜBERNAHME SCHICKT INFINEON AUF TALFAHRT

Am Aktienmarkt stand Infineon im Rampenlicht. Der Chip-Hersteller will den US-Rivalen Cypress für neun Milliarden Euro übernehmen. Der Preis von 23,85 Dollar je Aktie sei aber viel zu hoch, monierte ein Börsianer. Die Analysten des Brokerhauses Liberum bezeichneten die Offerte ebenfalls als teuer, zeigten sich aber zuversichtlich, dass Infineon den US-Konzern schnell integrieren werde. Infineon habe das in der Vergangenheit meist zügiger erreicht als erwartet. Infineon-Aktien fielen dennoch um sieben Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief von 14,96 Euro. Cypress stiegen dagegen vorbörslich um knapp 27 Prozent auf 22,61 Dollar.

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