August 29, 2019 / 5:35 AM / 20 days ago

Aussicht auf neue Regierung in Rom stützt Europas Aktienmärkte

An image shows the German share price index DAX at the German stock exchange in Frankfurt April 16, 2009. REUTERS/Johannes Eisele (GERMANY BUSINESS)

Frankfurt (Reuters) - Die Aussicht auf eine neue Regierung in Italien unter Giuseppe Conte und ermutigende Signale aus China im Handelsstreit mit den USA haben den europäischen Börsen am Donnerstag zu Kursgewinnen verholfen.

Dax und EuroStoxx50 legten am Vormittag je 1,1 Prozent zu auf 11.823 beziehungsweise 3403 Zähler. Die Regierung in Peking erklärte, sie spreche mit den USA über eine nächste Verhandlungsrunde im Zollstreit. Vor allem kurzfristig orientierte Anleger griffen nun zu, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets.

Experten warnten jedoch vor allzu großem Optimismus. Die Marktteilnehmer fürchteten den kurzen Geduldsfaden von US-Präsident Donald Trump, sagte Christian Henke, Experte beim Broker IG. “Je nach Laune könnte der nächste Tweet wieder für Angst und Schrecken sorgen. Die Never-ending-story Handelskonflikt dürfte noch eine Weile die Finanzmärkte beschäftigen.”

Die etwas sinkende Risikoscheu stützte die Renditen am Anleihemarkt. Die Verzinsung der zehnjährigen deutschen Staatsanleihe stieg auf minus 0,696 Prozent und lag damit etwas über dem Rekordtief von minus 0,728 Prozent, das am Mittwoch erreicht wurde. Auch Gold blieb gefragt. Mit 1398,99 Euro kostete eine Feinunze (31,1 Gramm) zeitweise so viel wie nie. Die Experten des Goldhändlers Heraeus gehen nicht von anhaltenden Kursgewinnen aus. “Trotz der insgesamt guten Perspektiven ist eine Fortsetzung der Gold-Rally keine ausgemachte Sache”, schrieben sie. Viele Anleger hätten sich bereits eingedeckt. Deswegen sei es möglich, dass der Preis im Schlussquartal wieder sinke.

In Mailand stieg der Leitindex um 1,5 Prozent auf knapp 21.302 Zähler und damit den höchsten Stand seit Anfang August, die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen sank auf ein Rekordtief von 0,929 Prozent. Präsident Sergio Mattarella erteilte dem bisherigen Ministerpräsidenten Conte den Auftrag, eine neue Regierung aus den Sozialdemokraten (PD) und den populistischen 5 Sternen zu bilden. “Das ist aus Anlegersicht das Beste, was Italien momentan passieren kann”, sagte Experte Marco Wagner von der Commerzbank. Zu umfassenden Strukturreformen werde es unter dieser Regierung aber wahrscheinlich nicht kommen. Auch der Haushalt werde wohl nicht in Ordnung gebracht werden. “Es wird aber trotzdem eine Regierung sein, die finanziell nicht völlig über die Stränge schlagen wird.”

GUTE GESCHÄFTSZAHLEN VERHELFEN BOUYGUES ZU PLUS

Gefragt waren die Aktien des IT-Unternehmens Cancom, die an ihrem ersten Tag im MDax zeitweise 2,5 Prozent zulegten. Der außerplanmäßige Wechsel in den Mittelwerteindex war nötig geworden, weil der Streubesitz von Axel Springer nach der Übernahme durch KKR unter die nötige Schwelle gefallen war. In den Kleinwerteindex SDax rückte dafür der Essener Immobilienentwickler Instone nach, dessen Aktien um 1,2 Prozent nachgaben. Regulär überprüft die Deutsche Börse die Zusammensetzung ihrer Indizes in der kommenden Woche.

In Paris schnellten die Aktien des Mischkonzerns Bouygues um mehr als sechs Prozent in die Höhe. Das Telekom- und das TV-Geschäft bescherten dem Unternehmen in der ersten Jahreshälfte ein besseres Ergebnis als erwartet und halfen über die Schwäche im Baugeschäft hinweg.

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