September 5, 2019 / 7:39 AM / 16 days ago

Hoffnung im Zollstreit treibt Europas Börsen an

Foam bull figures are seen in front of the German DAX Index board during the last trading day at Frankfurt's stock exchange in Frankfurt, Germany December 30, 2015. REUTERS/Ralph Orlowski

Frankfurt (Reuters) - Europas Anleger geben die Hoffnung auf eine Annäherung im Handelsstreit nicht auf.

Trotz eines schwächer als erwartet ausgefallenen US-Stellenaufbaus standen die Börsenampeln zum Wochenschluss auf Grün. Der Dax legte ein halbes Prozent auf 12.191,73 Punkte zu. Der EuroStoxx50 gewann 0,3 Prozent auf 3495,19 Zähler. An der Wall Street lagen die Börsenbarometer bis zum Handelsende in Europa bis zu 0,3 Prozent höher. China und die USA planen für Anfang Oktober die Fortsetzung hochrangiger Verhandlungen.

Davon beflügelt legte der Dax auf Wochensicht rund zwei Prozent zu. Die gute Stimmung konnte auch ein abgebremster Aufschwung am US-Arbeitsmarkt am Freitag nicht trüben. Im August entstanden 130.000 neue Jobs, von Reuters befragte Ökonomen hatten 158.000 vorhergesagt.Die Stundenlöhne stiegen um 0,4 Prozent - so stark wie seit Februar nicht mehr und auch deutlicher als erwartet. “Wenn die Löhne und schließlich die Inflation ansteigen, wird es für die Fed deutlich schwieriger, die Zinsen deutlich zu senken”, sagte Stratege Thomas Altmann vom Handelshaus QC Partners. Trotz der Steigerung im August bleibe der Druck auf die Fed, die Zinsen zu senken, aber hoch, meinte Ökonom Christoph Balz von der Commerzbank. Bislang gilt eine Zinssenkung der Fed Mitte September um einen viertel Prozentpunkt als sicher. Einige Investoren wetten sogar auf einen doppelt so großen Schritt.

PFUND BEHAUPTET - PING-PONG-SPIEL UM BREXIT GEHT WEITER

Für Gesprächsstoff sorgten auch frische Geldspritzen für Chinas Wirtschaft. Angesichts der Konjunkturabkühlung gewährt Chinas Notenbank den Geldhäusern mehr Freiraum für weitere Kredite und senkte Reserveanforderungen für die Banken (RRR) zum dritten Mal in diesem Jahr.

Am Devisenmarkt behauptete das Pfund Sterling seine jüngsten Gewinne weitgehend und kostete 1,2310 Dollar. Aber selbst nach der doppelten Schlappe für Premierminister Boris Johnson im Parlament bleibe unklar, wie es mit den geplanten EU-Ausstieg Großbritanniens weitergehe, warnte BayernLB-Analyst Manuel Andersch. “Das Ping-Pong-Spiel zwischen Regierung und Unterhaus ist jedenfalls noch lange nicht beendet, und selbstredend würde eine abermalige Frist-Verlängerung keine wirkliche Lösung darstellen.” Johnson betonte, er wolle lieber “tot im Graben” liegen, als einen erneuten Brexit-Aufschub zu beantragen.

INTERESSE VON KONE AN AUFZUGSSPARTE BEFLÜGELT THYSSEN

Bei den Unternehmen stand erneut Thyssenkrupp im Rampenlicht. Der finnische Aufzugshersteller Kone zeigte sich interessiert an der entsprechenden Sparte des kriselnden Mischkonzerns. Das sei zwar nicht neu, hebe aber die Stimmung, sagte ein Börsianer. Thyssen-Titel stiegen um 4,7 Prozent. In Helsinki markierten Kone-Aktien mit 55,64 Euro ein Rekordhoch und schlossen 2,5 Prozent fester.

Die Aktien von 1&1 Drillisch legten sogar 11,2 Prozent zu. Der Mobilfunker bekräftigte, dass der Ausbau des Netzes für den neuen Handy-Standard 5G größtenteils aus laufenden Einnahmen finanziert werden könne. Laut Börsianern sorgte dies am Markt für Erleichterung, da es Spekulationen gegeben habe, die hohen Kosten für die 5G-Frequenzen könnten das Unternehmen lähmen. Die Aktien der Drillisch-Mutter United Internet gewannen 7,4 Prozent.

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